Die Corona-Frage: „Sag mir, wie hältst du’s mit den Haaren?“

Friseure stöhnen weiter unter dem Lockdown

Die Zeiten als man zum Friseur ging, sind gefühlt lange vorbei. Früher machte man das oft freiwillig, heutzutage bittet man darum.
Die Zeiten als man zum Friseur ging, sind gefühlt lange vorbei. Früher machte man das oft freiwillig, heutzutage bittet man darum. © lithian - stock.abobe.com

Sie ist wohl die augenscheinlichste Folge des Lockdowns: Die Haarpracht. Kurzhaarschnitt bei Männern wird bei vielen zur Trendfrisur, der Rasierer macht es möglich. Spitzenschneiden bei Frauen wird zuhause ousgesourct.

Die Branche stöhnt

„Wir wollen arbeiten, wir wollen aufsperren“, betont man bei der oö. Branchenvertretung der Friseure gegenüber dem VOLKSBLATT.

Die Verlängerung sei wirtschaftlich eine Katastrophe, erklärt auch Wolfgang Eder, Bundesinnungsmeister der Friseure. Bei den Friseuren sei die Zahl der Arbeitslosen im Dezember um 65 Prozent gestiegen. Für viele Betriebe werde es immer schwieriger, die Kurzarbeitslöhne vorzufinanzieren. „Viele bangen um ihre Existenz“, so das klare Statement.

Unterstützungsmaßnahmen wie Fixkostenzuschuss, Verlustersatz oder der geplante Ausfallbonus seien hilfreich, könnten aber in den meisten Fällen nur das Notwendigste abdecken, wodurch viele Firmen in eine wirtschaftliche Notlage kämen, erklärte Eder.

Diskussion um Haare

Schon vor ein paar Tagen hatte in Deutschland der Verbund der Friseure für Aufregung gesorgt. Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks hatte in einem offenen Brief an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) seinen Unmut über im Corona-Lockdown frischfrisierte Fußballprofis geäußert. Mit großer Verwunderung mussten wir daher an den vergangenen Spieltagen feststellen, dass ein Großteil der Fußballprofis sich mit frischgeschnittenen Haaren auf dem Platz präsentierte: Einrasierte Scheitel, auf wenige Millimeter getrimmtes Nacken- und Schläfenhaar, saubere Konturen. Frisuren, die nur professionelle Friseurinnen und Friseure mit Profi-Equipment schneiden können.“

Branche unter Druck

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Damit sei eine ganze Branche unter Druck gesetzt geworden. „Viele Friseurbetriebe sind in ihrer Existenz bedroht, Beschäftigte und Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber müssen derzeit mit Kurzarbeitergeld oder ganz ohne Einkommen zurechtkommen. Der Unmut gegenüber topgestylten Fußballern, und in der Folge Kundenanrufen, die zu Schwarzarbeit und Regelverstößen wie Hausbesuchen überreden wollen, wächst“, wurden dort Missstände aufgezeigt.

Keine Hausbesuche

Hausbesuche zum Haareschneiden könnten in der aktuellen Situation keine Lösung sein, wird bei der Branchenvertretung betont. Man hoffe auf die Wiedereröffnung nach dem Lockdown, heißt es.

Von Christoph Steiner

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