Die Corona-Krise als Initialzündung „für unseren Weg in die Zukunft“

AEC kam gut durch das Krisenjahr 2020 und will Hybridisierung fortführen

Deep Space 8K — Cooperative Aesthetic
Deep Space 8K — Cooperative Aesthetic © Ars Electronica/Robert Bauernhansl

„Für uns ist das Jahr 2020 eine Zäsur gewesen“, bringt es Gerfried Stocker, Künstlerischer Geschäftsführer von Ars Electronica, auf den Punkt.

„Die Corona-Krise ist zur Initialzündung für eine Hybridisierung von Ars Electronica geworden, die keine Krisenbewältigung, sondern unser Weg in die Zukunft ist“, sagt Stocker.

„Dass es für uns nicht zielführend sein würde, unsere Angebote ständig nur kleiner und irgendwie coronasicher zu machen, ist uns schnell klar geworden. Dass wir dann angefangen haben, die Dinge komplett neu zu denken, hat aus einem frustrierenden Rückzugsgefecht eine mitreißende Aufbruchsstimmung gemacht.“

Und die Transformation ist nicht abgeschlossen. „Uns geht es keineswegs darum, alles Reale ins Virtuelle zu verfrachten. Wir arbeiten daran, die Funktionalitäten und Qualitäten beider Sphären so miteinander zu kombinieren, dass ein echter Mehrwert entsteht“, betont Stocker.

Umsatzrückgang von 250.000 Euro

Eine fast noch größere Herausforderung war es, das Unternehmen wirtschaftlich stabil zu halten. „Dank der sehr guten Ausgangssituation nach dem Rekordjahr 2019, eines im März 2020 sofort eingeleiteten Maßnahmenpakets, unserer großen mehrjährigen EU-Programme, des sehr erfolgreichen Projektgeschäfts und einer strikten Budgetdisziplin, konnten wir die Auswirkungen der Krise in Grenzen halten“, fasst Markus Jandl, seit September 2020 Kaufmännischer Geschäftsführer von Ars Electronica, zusammen.

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„Bislang ist kein einziger Arbeitsplatz bei Ars Electronica krisenbedingt verloren gegangen.“ Rund 2,4 Mio. Euro sei man hinter dem Plan von zehn Mio. Euro Umsatz geblieben, so das vorläufige Ergebnis. Berücksichtige man die geringeren Aufwendungen vergangenes Jahr, bleibe voraussichtlich unter dem Strich ein Umsatzrückgang von 250.000 Euro.

Ganze Reihe neuer Formate

2021 soll die Hybridisierung von Ars Electronica vorangetrieben werden. „Mit einer ganzen Reihe neuer Formate werden wir reale und virtuelle Sphäre optimal miteinander kombinieren und damit nicht zuletzt die internationale Reichweite und Relevanz von Ars Electronica weiter ausbauen.“

Unter dem Label „Ars Electronica Home Delivery Services“ ergänzt etwa eine Reihe neuer Programme für unterschiedliche Zielgruppen das bislang kostenfreie Portfolio. „Die strategische Partnerschaft mit der JKU wiederum wird unsere regionale Verankerung stärken und das Zusammenwirken von Kunst und Wissenschaft am Standort Linz auf ein neues Level heben“, skizziert Stocker.

In wirtschaftlicher Hinsicht hänge alles davon ab, wie rasch die Gesundheitskrise überwunden wird. Das internationale Projektgeschäft ist sowohl für die inhaltlich künstlerische als auch wirtschaftliche Entwicklung von essenzieller Bedeutung.

„Die weltweite Strahlkraft unserer Ars Electronica wurde jüngst von der Wirtschaftskammer Österreich mit GOLD beim Exportpreis in der Kategorie Tourismus und Freizeitwirtschaft gewürdigt“, gratuliert Stadträtin Doris Lang-Mayerhofer als Beiratsvorsitzende zur Umsetzung eines Deep Space 8K für das mexikanische Sinalo Science Center.

„Die Weiterentwicklung des Deep Space unterstützt die Stadt heuer mit zusätzlich 350.000 Euro. Der Erfolg und das Potenzial des Deep Space sind ein Beispiel, dass hybride Formate in Kunst, Kultur, Schule, Forschung und Lehre die Zukunft sind“, zeigt sich Lang-Mayerhofer überzeugt.

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