Die Digitalisierung fordert das Institut Suchtprävention heraus

Das Kompetenzzentrum versucht Trends, die in eine Sucht ausarten können, rechtzeitig gegenzusteuern – 80 Maßnahmen entwickelt

Die Digitalisierung ist eine der großen Herausforderungen für das Institut Suchtprävention von pro mente OÖ, das heuer sein 25-jähriges Bestehen feiert. Was am 15. September 1994 als kleiner „Versuchsballon“ begann, hat sich zu einem international beachteten Kompetenzzentrum entwickelt.

Mittlerweile haben sich die 32 Mitarbeiter auf Themenbereiche spezialisiert, wobei mit der Prävention im Kindergartenalter begonnen wird und Schule, Familie, Freizeit und Arbeitswelt erfasst werden.

Digitale Kompetenz vermitteln

V. l.: Christoph Lagemann, Leiter Institut Suchtprävention, Gesundheitsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander und pro-mente-Geschäftsführer Gernot Koren
V. l.: Christoph Lagemann, Leiter Institut Suchtprävention, Gesundheitsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander und pro-mente-Geschäftsführer Gernot Koren © Land OÖ/Kraml

„Nicht nur dass wir die Jugendlichen über digitale Kanäle erreichen müssen, geht es auch darum, eine digitale Kompetenz zu vermitteln“, sagt der Leiter des Instituts Suchtprävention, Christoph Lagemann. Im Visier hat er u. a. gerade „ein Spiel mit einem einarmigen Banditen, das praktisch den Grundstein für die Spielsucht legt. Wir müssen bereits darauf schauen, wenn sich ein Problem erst anbahnt“, so der Psychotherapeut.

Das Institut hat daher das Projekt „ready4life“, ein digitales Coaching-Programm für Lehrlinge, entwickelt. Im Projekt „Prävention von problematischem Medienkonsum“ wird beginnend im Kindergarten auf die Förderung der von der WHO definierten Lebenskompetenzen als Schutzfaktoren für die Entwicklung einer Online-Sucht gesetzt. Besonders wichtig ist es dabei, auch die Eltern miteinzubeziehen, so Lagemann.

Innovative Wege

„Um den immer neuen Herausforderungen zu begegnen, werden vom Institut Suchtprävention neben den bewährten auch ständig neue, innovative Wege in der Prävention beschritten. Das ist auch Teil des Erfolgs“, betont Gesundheitsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander. Ihr Ressort stellt 1,5 Millionen Euro für die Arbeit des Instituts zur Verfügung.

Im Bereich Alkohol- und Tabakkonsum konnte durch die Arbeit des Instituts bereits jetzt das Gesundheitsziel 2021 erreicht werden, bei Cannabis gibt es noch Handlungsbedarf.

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