Die fünfte Salzburger Jahreszeit

Bauernherbstzeit ist Genusszeit. Zeit der Erntedankfeste, der Almabtriebe, der Naturerlebnisse beim Wandern oder Biken und die Zeit, um Traditionen und Brauchtum zu leben oder kennenzulernen. Unter dem Motto „Von Wurzeln und Wipfeln“ wird im diesjährigen Bauernherbst ein besonderes Augenmerk auf den Natur- und Lebensraum Wald gelegt. 72 Bauernherbst-Orte im ganzen Salzburger Land zelebrieren — mittlerweile seit 24 Jahren — in diesen stimmungsvollen Herbsttagen mit rund 2000 Veranstaltungen die „fünfte Jahreszeit“. Regionalität, Tradition und Nachhaltigkeit stehen von Mitte August bis Anfang November im Mittelpunkt.

Das große Eröffnungsfest, das jedes Jahr in einer anderen Region stattfindet, wurde im heurigen Bauernherbst mit einem imposanten Festumzug mit Festwägen zum Thema „Der Wald, das Holz – unsere Wurzeln“, einem Genuss- und Handwerksmarkt und einer Vielfalt an regionalen Schmankerln und hausgemachten Spezialitäten in Saalfelden am Steinernen Meer, dem Zentralort im Pinzgauer Saalachtal, gefeiert.

Etwas beschaulicher gefeiert wurde etwa in Faistenau in der Fuschlseeregion unter der 1000-jährigen Linde mit einem zweitägigen Dorffest der örtlichen Trachtenvereine, der Trachtenmusikkapelle und dem Volksliedsingkreis – unter anderem mit dem traditionellen Jodlersingen, beim Holzkegeln oder „Fuaßhakln“. Hier spürt man besonders die Traditionsverbundenheit der Menschen, die ihre Wurzeln und Bräuche nicht vergessen und diese nach wie vor mit ihren Kindern auch leben.

Bauernherbstliches beim Hutessen auf Huwi’s Alm

Die kontrastreiche Region Saalfelden-Leogang mit den schroffen Felszügen des Steinernen Meeres im Norden und den Leoganger Steinbergen im Westen präsentiert sich im Herbst nicht nur als Paradies für Biker und Wanderer mit 400 Kilometer Wanderwegen und unzähligen Trails, auch die kulinarischen Highlights können sich sehen und vor allem schmecken lassen. Hilfreich dabei die „Via Culinaria“, eine Sammlung von ausgezeichneten Restaurants, Gasthäusern und Kaffeehäusern mit rund 300 Genusstipps für Fischfans, Fleischtiger, Kräuterliebhaber und Naschkatzen.

Zu diesen Via Culinaria-Highlights zählt Huwi’s Alm in Priesteregg, wo man nicht versäumen sollte, das traditionelle Hutessen zu probieren. Der urige Almgasthof auf einem Hochplateau am Fuße der Leoganger Steinberge bildet die romantische Kulisse, den Sonnenuntergang im Freien zu erleben und dabei sein Lieblingsfleisch auf einem beheizten Eisenhut in der Tischmitte zu brutzeln.

Mit dem E-Bike auf Genusstour

Ein weiterer Bauernherbstgenuss: Eine gemütliche E-Bike-Tour — entweder mit dem eigenen oder einem ausgeliehen E-Bike. In der Bikeschule Elements Outdoor Sports an der Asitz-Talstation gibt’s nicht nur das passende E-Bike und den passenden Helm, sondern für Anfänger auch eine Einschulung am Trainingsgelände und hilfreiche Tipps von den fachkundigen Guides.

Gemütlich radelnd entlang der Leoganger Ache führt die Route vorbei an so manchen Direktvermarktern in der Region, wo sich ein Stopp auf jeden Fall lohnt. Gestärkt mit einem Bauernbrot mit Rohmilchbutter, frischen Aufstrichen und einem Holundersirup wird wieder in die Pedale getreten und das nächste Ziel angesteuert. Mit modernster E-Power lässt sich die Gegend besonders leicht erkunden und auch einige Höhenmeter sind zu schaffen … beispielsweise auf eine gemütliche Hütteneinkehr mit Almjause.

Mit der „Fuschlerin“ lautlos über den See

Wenige Kilometer von der Festspielstadt Salzburg entfernt bilden der türkisfarbene Fuschlsee und der moosgrüne Hintersee das Herzstück der Fuschlsee-Region. Das Wandergebiet der Region, nur 20 km von der Stadt Salzburg entfernt, erstreckt sich über sechs Orte und bietet ein 150 km langes Wegenetz mit rund 30 bewirtschafteten Almhütten, die zur Einkehr und zum Entschleunigen einladen.

Neu im Wanderprogrammangebot: die mehrtägige Wandertour „4 Berge 3 Seen“, die in vier Etappen vom Fuschlsee zum Wolfgangsee und an den Mondsee führt (Gepäcktransfer inkludiert).

Idylle und Entspannung pur: Eine romantische Zillenfahrt mit der „Fuschlerin“, dem einzigen „öffentliche Verkehrsmittel“ vom Ort Fuschl, zur Anlegestelle „Schloss Fuschl Fischerei“ am Westufer des Sees. Lautlos tuckert die elektrisch betriebene Holzzille über den See und man genießt die Ruhe, das türkisblaue Wasser des Fuschlsees, den einmaligen Blick auf die umliegenden Berge, die kleinen einsamen Buchten oder auch auf das Schloss Fuschl. Und beim Aussteigen verführt bereits der Duft von geräucherten Lachsforellen oder Saiblingen — direkt aus dem Räucherofen — zur Einkehr.

Ein weiteres regionales Bauernherbst-Erlebnis: eine Wanderung auf die Hatzenalm zum Almkranzl-Binden. Diese, unter fachkundiger Anleitung von erfahrenen Sennerinnen gebundenen Almkranzl aus Zweigen, Kräutern und Blumen zieren beim Almabtrieb die Köpfe der Kühe. Und zur Belohnung verwöhnt der Hüttenwirt mit köstlichen „gebackenen Mäusen“ und einem Schnapserl.

Ein beeindruckend vielfältiges Angebot bieten die Oberhinteregger’s auf ihrem Erlebnisbauernhof in Faistenau: Hier erhält man nicht nur Einblicke in das Bauernleben beim Brotbacken, in den Kräuterschaugarten oder in die Welt der Bienen. Erst kürzlich wurden der Bio-Hofladen um Kathis Blumencafé erweitert. Die selbst gemachten Torten und (Wald)Pralinen beeindrucken nicht nur optisch, sondern erfreuen auch den Gaumen.

Der Bauernherbst vereint sehr erfolgreich die drei Säulen „Landwirtschaft“, „Regionale Köstlichkeiten aus Küche & Keller“ sowie „Gelebte Volkskultur“ — heuer noch bis Anfang November und im kommenden Jahr bereits zum 25. Mal.

Infos:
www.saalfelden-leogang.com
www.fuschlseeregion.com

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