Die größten Triumphe und Tragödien

Formel 1 blickt in Österreich auf eine ereignisreiche Geschichte voller Höhen und Tiefen zurück

Niki Lauda legte 1984 im McLaren Porsche mit dem einzigen Sieg eines Österreichers beim Heimrennen den Grundstein zum späteren WM-Titel.
Niki Lauda legte 1984 im McLaren Porsche mit dem einzigen Sieg eines Österreichers beim Heimrennen den Grundstein zum späteren WM-Titel. © APA/Motorsportarchiv.at

Im Jahr 1961 brausten am Flughafen Wien-Aspern erstmals Formel-1-Autos in Österreich über die Strecke.

Das Rennen, das Stirling Moss im Lotus gewann, zählte zwar nicht zur WM, galt aber als rot-weiß-rote Geburtsstunde in der Königsklasse des Motorsports, die am Sonntag (15, live ORF 1, ServusTV) in Spielberg Halt macht. Ein Rückblick auf sechs Jahrzehnte voller Höhen, Tiefen, Triumphe und Tragödien.

Rennleitung sitzt im Doppeldeckerbus

WM-Premiere: Als einer von zehn Grand Prix zählt das Rennen auf dem Fliegerhorst Hinterstoisser bei Zeltweg zur Weltmeisterschaft. Zum Premierensieger krönt sich Ferrari-Pilot Lorenzo Bandini nach 105 Runden, Zeitnehmer und Rennleitung sind in einem ausrangierten Doppeldecker-Bus, der um 550 Pfund aus London gekauft wurde, untergebracht.

Rindts Abschied: Nach sechsjähriger Pause wird 1970 der neue Österreichring in Spielberg eingeweiht. Jochen Rindt entfachte nach fünf Siegen und als WM-Führender eine Rieseneuphorie, doch die 83.000 Fans werden nicht nur Zeuge seines Ausfalls, sondern auch vom letzten Rennen des Steirers. Am 6. September verunglückt Rindt beim Training in Monza.

Tragödie: 1975 verunfallt Mark Donohue im Training und erliegt später seinen Verletzungen. Auch ein Streckenposten wird bei dem Crash getötet. Das Rennen wird wegen sintflutartigen Regens abgebrochen, Sieger Vittorio Brambilla kracht beim Jubel in die Leitplanken.

Dank Heimsieg zum Titel

Laudas Triumphzug: Im Kampf um seinen dritten WM-Titel braucht Niki Lauda 1984 unbedingt einen Sieg. Trotz massiver Getriebeprobleme gewinnt der Wiener als bis heute einziger Österreicher den Heim-Grand-Prix — und krönt sich am Ende mit 0,5 Punkten Vorsprung zum Weltmeister.

Renaissance: Nach einer Serie von heftigen Unfällen und geforderten Umbauarbeiten kehrt die F1 Österreich 1987 den Rücken. Umgerechnet 29 Mio. Euro werden investiert, 230.000 Fans pilgern zum Comeback 1997, bei dem Williams-Pilot Jacques Villeneuve ganz oben steht.

Fans fühlen sich betrogen

Schumachers Skandal: „Let Michael pass for the championship“ — auf diesen Funkspruch hin überlässt Rubens Barrichello Ferrari-Teamkollege Michael Schumacher 2001 Rang zwei. Ein Jahr später treibt es die „Scuderia“ auf die Spitze, unmittelbar vor der Ziellinie muss der Brasilianer den späteren Weltmeister passieren lassen. Die Fans sind empört, fühlen sich betrogen.

Neue Maßstäbe

Ära Red Bull: Nachdem der 2003 auslaufende Vertrag nicht verlängert wird, kauft Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz die Rennstrecke. Drei Jahre nach der Wiedereröffnung 2011 erlebt Spielberg das große Comeback, 220.000 Zuschauer am gesamten Wochenende sorgen beim Sieg von Nico Rosberg für Rekordbesuch. Red Bull verleiht dem Renngelände einen modernen Anstrich und setzt bei der Organisation völlig neue Maßstäbe.

Verstappens „Heimsieg“: Begleitet von einer Flut an enthusiastischen niederländischen Fans, die nach Spielberg stürmen, beschert Max Verstappen sich und Red Bull im Jahr 2018 den ersten von insgesamt vier „Heimsiegen“.

Von Christoph Gaigg

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