Die große Lust am Hören

Hörbucher als Alternative mit Mehrwert

Nicht nur für die Kleinen ein Genuss — das Hörbuch. © detailblick-foto - stock.adobe.com

Es gibt Bücher, die man schon immer lesen wollte. In meinem Fall ist das Robert Musils „Der Mann ohne Eigenschaften“. Der Roman kommt schon auf 1000 Seiten und mehr — je nach Ausgabe. Fast 63 Stunden lang ist das dazugehörige Hörbuch. Auch diese Zahl klingt unglaublich, aber irgendwie machbarer als die vielen, vielen Seiten.

Hörbücher sind aber viel mehr als eine praktische Alternative für Lesefaule. Sie lassen einen in ganz andere Welten eintauchen, bieten oft betörende, starke, sanfte, verführende Stimmen und damit auch Interpretation des Gehörten.

Zurzeit muss noch auf Theateraufführungen verzichtet werden, auf kulturelles Angebot außerhalb der eigenen vier Wände fast vollständig. Hörbücher bieten, wenigstens für eine gewisse Zeit, ein Ab- und Wegtauchen mit geschlossenen Augen.

Erhältlich ist am Markt (fast) alles, vom Kinderbuch bis zu Thriller und vom CD-Format bis zum Download.

Doch was hören? Da gibt es natürlich die oben erwähnten Bücher, die man schon immer einmal … James Joyce „Ulysses“ wäre auch so ein Fall oder Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Oder Klassiker, die man einfach immer wieder hören kann. „Der kleine Prinz“ von Saint-Exupery, Joanne K. Rowlings „Harry Potter“, Astrid Lindgrens „Pippi Langstrumpf“ …

Von Grisham bis Potter

Die Verlage warten permanent mit Neuerscheinungen auf. John Grishams „Die Wächter“ (Random House Audio) ist kürzlich erschienen, 714 Minuten Hochspannung rund um den Mord an einem Anwalt. Weitaus humorvoller geht es bei Krischan Kochs „Friedhof der Krustentiere. Ein Küstenkrimi“(Der Audio Verlag) zu. Eine Wohlfühlgeschichte rund um einen Bücherbus erzählt die Autorin Jenny Colgan in „Happy Ever After – Wo das Glück zu Hause ist“ (Osterwoldaudio) und, gerade noch war die Verfilmung im Kino zu sehen, es sind auch die verschiedenen Folgen der „Känguru-Chroniken“ von Marc-Uwe Klinger als Hörspiele wieder sehr beliebt.

Viele Werke sind bereits mehrfach aufgenommen worden, die Sprecher oft bekannt aus Film, Fernsehen und von den großen Bühnen. Auch von dieser Seite lässt sich das riesige Angebot aufzäumen. Vielleicht hat ja gerade der Lieblingsschauspieler mit der charismatischen Stimme ein Buch aufgenommen, dass einen reizt.

Mit dem unglaublichen Lars Eidinger kann mich sich etwa gute 3,5 Stunden Zeit vertreiben, indem man seine Lesung von Ferdinand von Schirachs „Kaffee und Zigaretten“ hört. Und wer Dietmar Bär hört, wie er etwa Spannendes von Håkan Nesser liest, oder „Die Millennium Trilogie“von Stieg Larsson, der muss auch immer ein bisschen an Freddy Schenk vom „Tatort“ denken.

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