Die Klassik-Besten (Deutsche Grammophon)

So nennt sich ein Doppelalbum, hört sich wunderbar an, verleitet aber zur Frage, ob die Auswahl nicht auch eine Geschmacksfrage bleibt und ob dies zu dem gewünschten Verkaufsschlager verhelfen können wird. Natürlich passieren berühmte Namen mit beliebiger Steigerung das Gehör mit je 15 Nummern, ob sie Anna Netrebko, Jonas Kaufmann, Lang Lang, Anne-Sophie Mutter, Lisa Batiashvili, Elina Garanca, Roberto Alagna, Cecilia Bartoli usw. heißen. Schon diese Aufzählung verrät, dass sie verschiedene Fächer vertreten und alle Genres berühren, vokal, instrumental aus Solokonzerten, der Kammermusik, aus Sinfonien oder Klaviermusik ihr Bestes geben. Den Interpreten zuliebe wurde auch arrangiert und auf diese Weise bekannten Stücken zu einem neuen Klang verholfen: Schuberts berühmtes Ständchen in d-Moll aus seinem Schwanengesang etwa für Violine und Klavier muss aber so wirklich nicht sein, wenn Anne-Sophie Mutter noch so schön die Geige singen lässt. Oder wenn aus Bachs berühmtem Doppelkonzert c-Moll ein Arrangement auch mit der Oboe von Francois Leleux zu hören ist. Da hat schon aus dem Bach-Konzert d-Moll BWV 974 nach Alessandro Macellos Oboenkonzert auf dem Klavier eher einen berechtigten Platz. Oder das von Chris Hazell arrangierte Bach/Gounod „Ave Maria“, das Juan Diego Flórez zum Ohrenschmaus gestaltet.

G. Sz.