„Die Lindenstraße fehlt“

„Mutter Beimer“ Marie-Luise Marjan wird 80

2010 hatte sie noch ein Türschild in der Lindenstraße. Nach 34 Jahren ist zwar Schluss mit „Mutter Beimer“, doch an den Ruhestand denkt Marie-Luise Marjan nicht.
2010 hatte sie noch ein Türschild in der Lindenstraße. Nach 34 Jahren ist zwar Schluss mit „Mutter Beimer“, doch an den Ruhestand denkt Marie-Luise Marjan nicht. © dpa/Jörg Carstensen

Als „Mutter Beimer“ aus der „Lindenstraße“ kennt sie fast jeder: Die Rolle der Helga, die sie mehr als 34 Jahre lang spielte, machte Marie-Luise Marjan bekannt.

Im März lief die letzte Folge der Kultserie. Am Sonntag feiert die Schauspielerin ihren 80. Geburtstag.

Erinnerungsstücke noch im Schlafzimmer

Das Ende der „Lindenstraße“ war lange angekündigt — und doch in gewisser Weise abrupt: Das Abschiedsfest musste wegen Corona ausfallen. „Das ist wirklich sehr traurig. Wir konnten uns gar nicht alle richtig voneinander verabschieden“, sagt Marjan. Zu „Lindenstraße“-Kollege Joachim Hermann Luger, der an ihrer Seite lange den Hans Beimer mimte, hat sie aber immer noch guten Kontakt.

Ein bisschen vermisst die Schauspielerin die Kultserie schon: „Um mein Bett herum stehen immer noch Drehbücher, an der Wand hängen noch die Stablisten. Eigentlich merke ich erst jetzt, mit ein paar Monaten Abstand, wie viel mir fehlt.“ Langweilig sei ihr nicht. „Ich genieße es, mir den Tag selbst einzuteilen und zu strukturieren“, sagt Marjan, die gerne sportlich unterwegs ist.

Bereits als kleines Mädchen wollte Marjan Schauspielerin werden. Sie besuchte die Staatliche Musikhochschule Hamburg und besetzte gut 20 Jahre an Theatern und in TV-Filmen vorwiegend die Mutterrolle – etwa als Elvira Rykalla in Wolfgang Petersens „Smog“ (1973). Helga Beimer war für sie ab 1985 bereits die 25. Rolle der Mutter.

Aufgewachsen ist Marjan bei Adoptiveltern – „sehr bürgerlich“, wie sie sagt. „Man gab nie mehr aus als man hatte. Das habe ich verinnerlicht.“ Später lernte sie auch ihre leibliche Mutter und ihren Halbbruder kennen, letzteren 2007 im Rahmen einer TV-Sendung. Zu ihm hat sie nun einen engen Kontakt.

Durch die Coronamaßnahmen der vergangenen Monate habe sie sich nicht eingeschränkt oder einsam gefühlt. „Ich habe einen großen, sehr guten Freundeskreis. Wir haben viel telefoniert.“ Beruflich jedoch lagen mögliche Engagements in den vergangenen Monaten brach. „Das macht aber nichts, ich möchte sowieso erst einmal Zeit für mich haben“, sagt Marjan. Zur Ruhe setzen will sie sich nicht, auf jeden Fall möchte sie wieder Lesungen geben: „Ich habe Angebote von mehreren Theatern, und auch beim Fernsehen ist etwas in Aussicht.“

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