Die neue CDU-Chefin umwirbt ihre Gegner

Kramp-Karrenbauer macht einen Kritiker zum Generalsekretär, will Merkel auch widersprechen und thematisiert Migration

Die neue Chefin mit einem „Zugeständnis“, dem neuen Generalsekretär Ziemiak.Kramp-Karrenbauer (l.) gilt als Vertraute Merkels, muss aber auch den konservativen Parteiflügel überzeugen.
Die neue Chefin mit einem „Zugeständnis“, dem neuen Generalsekretär Ziemiak.Kramp-Karrenbauer (l.) gilt als Vertraute Merkels, muss aber auch den konservativen Parteiflügel überzeugen. © AFP/MacDougall

Gleich nach ihrer Wahl zur CDU-Chefin am vergangenen Freitag hat Annegret Kramp-Karrenbauer wesentliche Schritte in Richtung ihrer innerparteilichen Kritiker gemacht. Damit hat sie wohl auf das knappe Wahlergebnis reagiert: Sie hatte sich in der Stichwahl mit nur fast 52 Prozent gegen den Liebling des konservativen Parteiflügels, Friedrich Merz, durchgesetzt.

Danach hat sie einen scharfen Kritiker – den bisherigen Chef der Jungen Union, Paul Ziemiak – als Generalsekretär vorgeschlagen. Er wurde am Parteitag mit schwachen rund 60 Prozent in diese Funktion gewählt.

Und Kramp-Karrenbauer machte gleich ein weiteres Zugeständnis an den konservativen Flügel, der wohl lieber Friedrich Merz an der Parteispitze gesehen hätte: Sie kündigte Kurskorrekturen an und betonte, ihrer Vorgängerin Angela Merkel durchaus auch Paroli bieten zu wollen. So wolle sie die Themen Zuwanderung, innere Sicherheit und Rente nochmals klären und weiterentwickeln. Ziemiak wurde gleich deutlicher: „Es wird einen neuen Kurs geben.“ Zugleich forderte er eine wichtige Rolle für Friedrich Merz in der CDU.