Die Statistik sagt: Heuer gewinnt eine Frau

Das große Rätseln und Wetten hat längst begonnen. Wer wird den 65. Eurovisions Song Contest (ESC) heuer in Rotterdam gewinnen? Zumindest laut Statistik wird es eine Frau sein. So prognostiziert es der Blick in die Historie des ESC. Die Buchmacher sahen am Freitag noch Italien mit der Rock-Band Måneskin und dem Song „Zitti E Buoni“ vorne, vor Top-Favorit Frankreich mit Barbara Pravi und „Voilà“. Und was sagt die Erfahrung? Die sagt, der ESC hat seine eigenen Gesetze. Am Ende könnte jemand ganz anderes die Nase vorne haben — allerlei Besonderheiten sind ja auch diesmal wieder dabei. Etwa der Schweizer Gjon's Tears mit seiner im Falsett gesungenen Trauerballade „Tout l'univers“ ...

Barbara Pravi (Frankreich) © APA/AFP/Joel Saget

Eines ist jedenfalls fix: Österreich kann den 65. Eurovision Song Contest (ESC) in Rotterdam nicht mehr gewinnen. Vincent Bueno ist trotz seines ganz starken Auftritts mit der Ballade „Amen“ im zweiten Semifinale am Aufstieg gescheitert.

Auch diese Entscheidung zeigt einmal mehr, der ESC hat seine eigenen Gesetze. Und das macht das Rennen um die europäische Sangeskrone ja auch spannend. Los geht’s am heutigen Samstag auf ORF 1 mit der Vorberichterstattung um 20.15 Uhr, der Bewerb in der Rotterdamer Ahoy Arena startet um 21 Uhr.

Jeweils zehn Länder aus beiden Halbfinalshows stoßen zu den sechs fix Qualifizierten: Deutschland (Jendrik „I Don’t Feel Hate“), Frankreich (Barbara Pravi „Voilà“), Großbritannien (James Newman „Embers“), Italien (Måneskin „Zitti E Buoni“), Spanien (Blas Cantó „Voy A Quedarme“) sowie Gastgeber Niederlande (Jeangu Macrooy „Birth Of A New Age“).

Fakt ist, jede Prognose bleibt mit Vorsicht zu genießen. Aber im Vergleich von 21 Wettanbietern hält sich seit Tagen konstant ein Führungstrio an der Spitze, das beständig die Plätze untereinander tauscht: Die italienische Rockband Måneskin, die Französin Barbara Pravi mit ihrem Chanson und die maltesische Kandidatin Destiny mit „Je me casse“.

Charisma und Qualität

Es wird wohl vor allem von Charisma und musikalischer Qualität abhängen, welcher Song Jury und Publikum begeistert. Und da haben sich u. a. besondere Stimmen in die Herzen der Fans gesunden. Dazu zählt etwa der Schweizer Beitrag: Gjon’s Tears mit seiner im Falsett gesungenen Trauerballade „Tout l’univers“.

Er hat sich zu einem Top-Favoriten gemausert. Speziell und interessant erklang auch die portugiesische Band The Black Mamba mit dem stimmlich herausragenden Frontmann Tatanka und „Love Is On My Side“. Oder auch die isländische Band Daði og Gagnamagnið, die für den Aufstieg mit „10 Years“ nicht einmal die Bühne betreten musste. Wegen eines Coronafalls in der Band wurde lediglich das Video eingespielt.

Dennoch gibt es einige statistische Faktoren, die sich in den vergangenen 64 Ausgaben als Erfolgsgaranten herauskristallisiert haben — nicht zuletzt das Geschlecht.
Ein Blick auf die Sieger der vergangenen Conteste zeigt, dass man tendenziell im Vorteil ist, wenn man solo antritt und eine Frau ist: Mit 37 an der Zahl stellen die weiblichen Teilnehmer die klare Mehrheit der 67 Sieger (1969 gab es gleich vier davon).

Die beiden Transkünstlerinnen Dana International und Conchita Wurst wurden hier noch gar nicht mitgezählt. Aber auch so ist die Bilanz eindeutig. Nur 17 Mal konnte eine Band den Sieg holen, nur elf Mal hatte ein Mann am Ende das Siegerlächeln im Gesicht. Dafür starteten die Herren zuletzt eine kleine Aufholjagd, konnten bei den vergangenen fünf Bewerben mit Mans Zelmerlöw aus Schweden (2015), Salvador Sobral aus Portugal (2017) und Duncan Laurence aus den Niederlanden (2019) immerhin drei Männer die Trophäe mit nach Hause nehmen. Fix ist also nur eines: Wer gewinnt, wird sich wie immer auch heuer erst nach dem Finale zeigen.

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