Die Widersprüchlichkeit unserer Zeit

Ars Electronia: Festival widmet sich heuer Klimawandel & Alternativen

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Als eines der wichtigsten Projekte des heurigen Ars Electronica-Festivals identifiziert Gerfried Stocker die Selbstreflexion. „Wie wir uns selbst sehen.“ Konkret und gleichzeitig vereinfacht bedeutet das, das Festival, das heuer vom 7. bis zum 11. September in Linz stattfinden wird, auf seine Umweltverträglichkeit zu analysieren.

Und bei keinem anderen Festival-Thema hätte das besser gepasst als bei dem diesjährigen, das sich offiziell „Welcome to Planet B“ nennt. Gehen wird es um den großen Umbruch, der nötig ist, um nicht Europa zur neuen Sahara werden zu lassen, New York zu überfluten. Die Tranformation, wie der künstlerische Leiter der Ars Electronica Stocker sagt. „In den nächsten zehn Jahren muss ein Transformationsprozess gelingen“, mahnt er.

Die Ars stellt sich den Fragen, welche Konsequenzen dieser unweigerlich notwendige Wandel haben wird, welche Kollateralschäden es unvermeidbar anrichten wird, wenn die Menschen etwa auf fossile Brennstoffe verzichten. Antworten werde man keine liefern können, ist Stocker realistisch. Aber man werde die wichtigen Stimmen einholen, zusammenbringen, und nicht zuletzt — so lässt der Titel vermuten — Alternativen, Visionen, Möglichkeiten aufzeigen.

Nach zwei Jahren „Einigelung“, so Stocker, werde man heuer — ungeachtet des Themas — wieder Linz bespielen, Gäste begrüßen, viele Besucher vor Ort willkommen heißen, Hauptaustragungsort wird erneut die Johannes Kepler Universität sein. Es ist also zu erwarten, dass der ökologische Fußabdruck bei den Festivals der vergangenen zwei Jahre, die zu großen Teilen online stattgefunden haben, kleiner und damit besser war als der heurige.

Im Zeichen der größten Herausforderung

Zurück zu den Visionen: Die waren immer Motor der digitalen Revolution — die uns auch in unsere jetzige Situation gebracht hat. Oder waren da doch ganz andere Faktoren im Spiel? Noch nie haben wir unsere Erde – dank Technik — so genau betrachten können wie heute. Aber wollen wir eigentlich noch sehen, was darauf vorgeht?

„Die Widersprüchlichkeit unserer Zeit“, so Stocker, darum gehe es. Das Festival stelle sich der größten Herausforderung unserer Zeit.

Dem stimmt auch Bürgermeister Klaus Luger zu, der in der Causa die Sonderstellung der Stadt Linz betont: „Wir sind DIE Industriestadt, 15 Prozent aller CO2-Emissionen in Österreich stammen aus dieser Stadt, primär von einem globalen Player.“

Kultur-Stadträtin Doris Lang-Mayerhofer weist darauf hin, dass eine beim Festival gemeinsam entstehende Vision einer Zukunft — auch in Hinblick auf eine immer pessimistischer werdende Jugend — ein gelösteres Bild ergeben kann.

Um dem Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft die Kunst nicht abhanden kommen zu lassen, dafür müssen nun die Künstler mit ihren Projekten sorgen. Zu sehen sind die dann auch an zehn Standorten in der Innenstadt, vom Atelierhaus Salzamt über das Kunstmuseum Lentos, die Kunstuni und das OK der OÖ Landes-Kultur GmbH. Dort wird heuer erstmals nicht die große Cyberarts-Ausstellung mit den Preisträgern des Prix Ars Electronica zu sehen sein. Bespielt wird das Haus trotzdem mit Medienkunst der ersten Stunde — mit Arbeiten von Christa Sommerer und Laurent Mignonneau, ab 1. September. mmo

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