Die Zahl der Waldbrände ist in Brasilien drastisch gestiegen

Umweltorganisationen: Feuer sind Folge verstärkter Abholzung

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SAO PAULO — Die Zahl der Waldbrände in Brasilien hat in den ersten acht Monaten des Jahres drastisch zugenommen. Das staatliche brasilianische Weltraumforschungsinstitut INPE teilte mit, zwischen Jänner und August habe es 72.843 solcher Feuer gegeben, im gesamten Jahr 2018 waren es 39.759.

Die Kritik an Brasiliens ultrarechtem Staatschef Jair Bolsonaro wegen dessen harter Linie bei der Abholzung des Amazonas-Regenwaldes wird unterdessen lauter. Die Zunahme der Feuer sei eine Folge des „Anstiegs bei der Abholzung, die wir in jüngsten Statistiken sehen konnten“, sagte WWF-Experte Ricardo Mello. Allein im Juli wurde in Brasilien vier Mal so viel Wald abgeholzt wie im gleichen Monat des Vorjahres. Als Reaktion auf die verstärkte Rodung legten Deutschland und Norwegen die millionenschwere Förderung für Waldschutz- und Biodiversitätsprojekte in dem südamerikanischen Land auf Eis.

Bolsonaro hatte die Zahlen zur Abholzung als Lügen bezeichnet und den INPE-Direktor gefeuert. Der brasilianische Präsident zweifelt den menschengemachten Klimawandel an und ist ein Freund der Agrarindustrie. Umweltschützer werfen ihm vor, mit seinen Aussagen gegen den Umweltschutz Holzfäller, Bergleute und Bauern zum Raubbau am Amazonaswald zu ermutigen.

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