Die Zukunft ist kein Raumschiff

Neue AEC-Ausstellung wird sich mit Künstlicher Intelligenz beschäftigen

Momentan noch Großbaustelle: Das AEC Linz gestaltet seine Dauerausstellung neu. Im Hintergrund ist bereits der begehbare Aussichtsposten aus Holz zu sehen.
Momentan noch Großbaustelle: Das AEC Linz gestaltet seine Dauerausstellung neu. Im Hintergrund ist bereits der begehbare Aussichtsposten aus Holz zu sehen. © Ars Electronica/Martin Hieslmair

Von Andreas Huber

Wo gearbeitet wird, da fallen bekanntlich Späne. Im Ars Electronica Center (AEC) in Linz, dort wird gerade sehr fleißig gearbeitet. Immerhin soll am 27. Mai die neue Dauerausstellung „Compass – Navigating the Future“ feierlich eröffnet werden.

Das VOLKSBLATT durfte sich gestern vorab einen Eindruck vom Fortschritt der Bauarbeiten machen. Lautes Hämmern und Bohren an jeder Ecke, schweres Material wird herumtransportiert, man möge bitte Platz machen. Kurzum: Hier herrscht noch Großbaustelle und es lässt sich höchstens grob erahnen, wie das fertige Konzept aussehen wird. „Alles nach Plan“, versichert Producerin Kristina Maurer, die zumindest ein Highlight der neuen Ausstellung schon verraten kann: „Ein Herzstück ist sicherlich unser neues Biolab, welches die Möglichkeit bieten wird, sich mit Gentechnologie zu beschäftigen. Überhaupt werden die Besucher bei uns eingeladen, selbst etwas auszuprobieren, vom Anwender zum Gestalter zu werden.“ Während im alten Ausstellungsbereich die einzelnen Labore nebeneinander existierten, wird im neuen Areal daraus ein einziges, großes Labor, das gleichzeitig als „Austausch“-Plattform fungieren soll – mit Verzahnungen in andere Richtungen, darunter etwa ein gesellschaftlicher Aspekt und die Beschäftigung mit Zukunftsmaterialien.

Holz dient als zentrales Designelement

Was bereits auffällt beim Rundgang ist das viele Holz, das praktisch überall in den komplett neu designten und gedachten Räumen zu finden ist. „Das Environment soll sich nicht mehr so nach Raumschiff anfühlen. Die Zukunft sieht nicht wie ein steriles Holodeck oder Labor aus. Bewusst nehmen wir Materialien, die man kennt und verarbeiten sie auf neue Art und Weise.“

Den Hauptfokus der Ausstellung setzt man auf das hochbrisante und topaktuelle Thema Künstliche Intelligenz (KI): Dabei soll den Besuchern näher gebracht werden, wie sie funktioniert und was wir damit machen können – und was (noch) nicht. Die Wahl des Kompasses als Leitidee und gleichzeitig als Ablöse des Fernrohres (der Leitidee aus 2009) erklärt sich laut Maurer folgendermaßen: „Wie muss ich mich selbst ausrichten in dieser Welt, wie gehe ich mit meinem Umfeld um, damit ich die Technologie verstehe, mit der ich tagtäglich zu tun habe? Die Besucher sollen einfach eine grundsätzliche Vorstellung davon bekommen, wie KI funktioniert, damit jeder sich dann in die gesellschaftliche Debatte darüber einbringen kann.“

Zunächst stehen rund 1500 Quadratmeter in den unteren Bereichen des AEC für diese Auseinandersetzung von Mensch und Technologie für die Besucher bereit.

Ein großes, begehbares Holzelement dient sowohl als Aussichtsplattform, als auch als optische Trennung einer riesigen Ausstellungsfläche von alleine 1000 Quadratmetern. Ab 28. Mai werden dann die oberen Stockwerke einem Relaunch unterzogen und so soll, nach zwei üppigen Bau-Etappen, das runderneuerte Museum im AEC ab 24. Juni in neuem Glanz erstrahlen. Optisch erdiger, nicht mehr ganz so „spacig“. Aber mal ehrlich: Die Zukunft … sie hat noch nie so ausgesehen, wie man sie sich zunächst vorgestellt hatte, oder?

Wie ist Ihre Meinung?