Diese Pause kommt sehr gelegen

Noch nie starteten Österreichs Skispringer seit der Jahrtausendwende schlechter

Da war die Welt noch in Ordnung: Daniel Huber, Clemens Aigner, Stefan Kraft und Michael Hayböck (v.l.) durften in Wisla über Rang drei im Team jubeln.
Da war die Welt noch in Ordnung: Daniel Huber, Clemens Aigner, Stefan Kraft und Michael Hayböck (v.l.) durften in Wisla über Rang drei im Team jubeln. © EXPA/JFK/www.picturedesk.com

von Tobias Hörtenhuber

Sommerform, wo bist du geblieben? Nach dem umjubelten Heimsieg von Daniel Huber und Platz fünf von Gregor Schlierenzauer in Hinzenbach Ende September ist längst Ernüchterung im ÖSV-Adlerhorst eingekehrt. Keinem Team kommt daher die Pause durch die Absage der Bewerbe in Titisee-Neustadt so gelegen, wie der Truppe von Cheftrainer Andreas Felder. Diese soll genutzt werden, um in Lillehammer bzw. Innsbruck (Gregor Schlierenzauer) wieder in die Spur zu finden. „Es ist schade, dass die Bewerbe in Titisee-Neustadt nicht stattfinden. Die Chance auf zusätzliche Trainingseinheiten kommt für uns trotzdem nicht ungelegen“, gab Felder zu.

Zahlen sprechen Bände

Diese sind auch bitter nötig, wie die nackten Zahlen deutlich aufzeigen.

  • Die ÖSV-Athleten halten aktuell nach fünf Springen bei mageren 226 Punkten. damit stünde die Mannschaft in der Einzelwertung nur auf Rang fünf. Im Nationencup kommt der ÖSV inklusive Teambewerb zumindest auf 526 Zähler (Platz vier). Dass die stolzen Norweger sich knapp dahinter befinden, sollte kein Grund zur Schadenfreude sein.
  • Mit Kraft schaffte es nur ein Springer unter die Top 10 (Plätze 5 und 10).
  • In Nishnij Tagil qualifizierten sich im ersten Bewerb nur zwei, im zweiten immerhin drei, Österreicher für die Entscheidung.
  • Nie starteten die Adler als Mannschaft in diesem Jahrtausend schlechter in die Saison. Darüber kann auch der Ausreißer im ersten Teambewerb (Platz drei) nicht hinwegtäuschen.

Die Hoffnung

Eines ist fix: Die Zeit drängt, mit Engelberg (14./15. Dezember) steht nur noch eine Station vor der prestigeträchtigen Vierschanzentournee auf dem Programm.

Die Hoffnung: Es kann im Skispringen schnell gehen und die heimischen Asse sind weiter voll motiviert. „Der Weg vor mir ist eine Challenge. Ich bin mehr bereit denn je, die nötigen Schritte zu gehen! Mit Freude und Vertrauen“, meinte etwa Schlierenzauer via Internet-Blog.