„Digitales analog sichtbar machen“

Am Mittwoch startet erstmals das neue Festival LINZ FMR an der Donaulände

Erwin Reiters Skulptur „Strömung“ im Donaupark. Ab morgen ist auch Thomas Kluckners „Super Wave“ dort zu sehen.
Erwin Reiters Skulptur „Strömung“ im Donaupark. Ab morgen ist auch Thomas Kluckners „Super Wave“ dort zu sehen. © Linz09/Zitek

Linz hat ein neues Festival, das mit einer Ausstellung im öffentlichen Raum am Mittwoch in seine erste Ausgabe startet. LINZ FMR hat es sich zur Aufgabe gemacht, der Flüchtigkeit der digitalen Welt Raum zu geben.

An vier Tagen werden Arbeiten von 18 internationalen und regionalen Künstlern entlang der Donau gezeigt. „Das ist, was wir in der heutigen Zeit in Linz brauchen“, betont Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer: „Das Digitale wird analog sichtbar gemacht.“

3000 ehrenamtliche Arbeitsstunden

Konkret passiert das in Form von Plakatwänden, halb in der Erde vergrabenen Monitoren, Fahnen, aber auch Performances. Der Ort, ein kunstgeschichtsträchtiger, denkt man an das Forum Metall in den 1970er-Jahren, ebenso temporär wie die Kunstwerke, die schon am Sonntag wieder abgebaut werden sollen. „Das nächste Festival im Jahr 2021 wird an einem anderen Ort in Linz stattfinden“, sagt Jakob Dietrich von quiOchÖ.

Beteiligt an LINZ FMR sind qujOchÖ, servus.at, das Atelierhaus Salzamt, die Sturm und Drang Galerie und die Kunstuni, insgesamt wurden bereits im Vorfelde rund 3000 Arbeitsstunden von Ehrenamtlichen geleistet. Das Budget beträgt 80.000 Euro, ein Bruchteil der Ausgaben des großen Medienkunstfestivals in Linz, der Ars Electronica.

Die zwölf Werke, die an der Lände im Alleingang mittels Programmheft erkundet werden können oder in einer Führung — ein großzügiges Vermittlungs- und Rahmenprogramm begleitet die Schau — reflektieren unsere vernetzte Welt in unterschiedlichste Richtungen. Clement Valla etwa nähert sich der Welt aus der Sicht eines Google-Algorithmus, Filippo Minelli setzt sich mit der internetbasierten IS-Propaganda auseinander, während sich Suzanne Treister in den Kopf eines fiktiven Börsenmaklers zoomt, der mit psychoaktiven Medikamenten experimentiert.

Der Linzer Künstler Thomas Kluckner bezieht sich mit seiner Arbeit „Super Wave“ auf die Metallskulptur „Strömung“ von Erwin Reiter aus dem Jahr 1977. Er verzerrt das Bestehende und beschert dem Vorbeigehenden ein ungewohntes Bild.

Die Eröffnung von LINZ FMR startet morgen um 17 Uhr im Lentos Freiraum.

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