Distance Learning laut Eltern nun „deutlich organisierter“

Das Distance Learning an den Schulen verläuft im Vergleich zum ersten Lockdown nun „deutlich organisierter“ – das gilt vor allem für den Bereich der Mittelschulen und AHS-Unterstufe, so die Rückmeldungen bei den großen Elternverbänden am Ende der ersten Woche. Gleichzeitig dürfte es aber vor allem an den AHS-Unterstufen deutliche Unterschiede beim Umfang der Aufgaben und des durchgeführten Unterrichts geben.

„Die Schulen sind organisierter, auch mit den Livestream-Stunden oder Video-Aufzeichnungen“, so die Vorsitzende des Dachverbands der Elternvereine an den öffentlichen Pflichtschulen, Evelyn Kometter, zur APA. Das gelte für das ganze Bundesgebiet: „Die Kinder wissen ganz genau, wann der Unterricht anfängt und aufhört – vor allem im Mittelschulbereich.“

An den Volksschulen sei das teils anders. „Da sind wir von den Standgeräten her nicht so gut aufgestellt.“ Daher sei es wichtig, dass die Kinder direkt am Standort versorgt werden. „Unsere Rückmeldungen zeigen, dass da auch wesentlich mehr Schüler an die Schulen kommen.“ Das liege weit über den Zahlen des ersten Lockdown und auch deutlich über dem Schnitt von 15 Prozent für alle Schulen. Vor allem in Oberösterreich, Niederösterreich und Salzburg habe man enorm hohe Besuchszahlen an den Volks-, zum Teil aber auch an den Mittelschulen. „Da ist die Infrastruktur für Online-Stunden nicht so gegeben. Die Leitungen geben das nicht her, wenn alle gleichzeitig im Netz sind.“

Problematisch findet Kometter dabei das Verhalten vieler Lehrer an den AHS-Unterstufen: „Da ist vielen nicht bewusst, dass sie die Zukunft unserer Gesellschaft ausbilden sollen. Da wird einfach drüber gefahren nach dem Motto: Entweder du kapierst es oder nicht. Das ist an Volks- und Mittelschulen ganz anders.“

Deutliche Unterschiede bei der Gestaltung des Distance Learning ortet Elisabeth Rosenberger vom Bundesverband der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen (BEV) – wobei sie aber erst punktuelle und keine flächendeckende Rückmeldungen habe. Von der Kommunikation seien die meisten Standorte nun wirklich besser aufgestellt als im Frühjahr, meinte sie zur APA. „Da hat man sich wirklich auf ein oder zwei Kommunikationssysteme mit Eltern und Schülern geeinigt.“

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Bei der Gestaltung des Distance Learning gebe es aber die ganze Bandbreite. „Da rennt es total unterschiedlich. Die einen Schüler sind um neun Uhr mit ihren Aufgaben fertig – da kommt von den Lehrern dann das Argument: Man kann die armen Kinder nicht zu lange vor den Computer setzen. Ja, eh: Aber man kann durchaus sagen, ich bin für fünf Minuten da, vergebe die Aufgaben und bin dann per Mail oder Zoom für Fragen erreichbar.“ Umgekehrt würden andere Schulen in die andere Richtung übertreiben. „Die haben stundenplanmäßigen Unterricht, zum Teil auch am Nachmittag, und dann noch Aufgaben. Da geht‚s wirklich rund, jeder Lehrer versucht durchzudrücken was geht.“

Für die Pädagogen sei dies alles nun eine große Herausforderung, hat Rosenberger Verständnis. „Wenn sie betreuen müssen und auch Distance Learning machen, ist das schon eine Challenge. Die kommen ordentlich dran und sind massiv gefordert.“

Nach wie vor nicht gelöst sei die Frage, wie man mit der im Frühjahr anstehenden Matura umgehe. „Wir haben nur die Info bekommen, dass an ‘fairen’ Lösungen gearbeitet wird. Nur gehört das demnächst auch kommuniziert.“ Dabei gehe es auch um Fragen unabhängig von Corona – so seien etwa die im September angekündigten Änderungen bei der Mathe-Matura nach wie vor nicht rechtlich umgesetzt worden.

Der Betreuungsbedarf an den Schulen während der Umstellung auf Distance Learning bleibt auch während der kommenden Woche in etwa konstant. In der laufenden Woche haben laut Zahlen des Bildungsministeriums über ganz Österreich und alle Schultypen gerechnet im Schnitt rund 15 Prozent davon Gebrauch gemacht, am geringsten war die Inanspruchnahme am Freitag mit zwölf Prozent.

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