Donald und die dunklen Mächte

US-Präsident Trump wartet mit merkwürdigen Theorien auf

Herausforderer Joseph Biden (links) und Amtsinhaber Donald Trump demonstrieren Stärke und werfen sich gegenseitig Schwäche vor.
Herausforderer Joseph Biden (links) und Amtsinhaber Donald Trump demonstrieren Stärke und werfen sich gegenseitig Schwäche vor. © AFP/Loeb, Ngan

US-Präsident Donald Trump hat seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden scharf angegriffen und ihm vorgeworfen, er werde von dunklen Mächten kontrolliert. „Er ist ein schwacher Mensch, er war sein ganzes Leben lang schwach. Er sollte nicht für das Amt des Präsidenten kandidieren“, sagte Trump seinem Lieblingssender Fox News.

In dem Gespräch brachte Trump verschwörerische Verbindungen ins Spiel. Biden und die Protestbewegung würden von Menschen manipuliert, die im Verborgenen agierten. „Leute, von denen man noch nie gehört hat. Leute in einer dunklen Schattenwelt.“

Krude Theorien

Das Geld für die Proteste kommt laut Trump „von einigen sehr dummen reichen Leuten“. Diese hätten auch eine Demonstration beim Republikaner-Parteitag finanziert. Ein Mitglied seiner Partei habe ihm erzählt, dass in dem Flugzeug, in dem er angereist sei, zahlreiche Schlägertypen in dunklen Uniformen unterwegs gewesen seien. Wer die Angaben machte, sagte Trump nicht.

Biden hatte sich zuvor deutlich gegen Gewalt ausgesprochen: „Unruhen sind kein Protest, Plünderungen sind kein Protest und Brände legen, ist kein Protest. Es ist Gesetzlosigkeit, schlicht und einfach. Und jene, die es tun, sollten strafrechtlich verfolgt werden.“

Biden hatte Amtsinhaber Trump zuvor Unfähigkeit und Scheitern in der Coronakrise und bei der Gewalt in amerikanischen Städten vorgeworfen. Der Präsident schüre Gewalt und betreibe eine Politik der Angst.

Täter-Opfer-Umkehr

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Trump hat den wegen Mordes angeklagten 17-Jährigen in Schutz genommen. „Er hat versucht, von ihnen wegzukommen und dann ist er gefallen und dann haben sie ihn sehr heftig angegriffen“, sagte Trump zu dem Vorfall.

Der 17-jährige Trump-Anhänger Kyle Rittenhouse hatte mit einem Sturmgewehr auf drei Demonstranten geschossen, zwei starben. Rittenhouse wurde als Erwachsener wegen zwei Mordfällen ersten Grades und eines Mordversuchs angeklagt. Sein Anwalt will auf Notwehr plädieren.

 

Nächstes Polizeiopfer

Tödliche Polizeischüsse auf einen Schwarzen in der US-Millionenmetropole Los Angeles haben neue Proteste ausgelöst. Zwei Beamte wollten einen Afroamerikaner wegen eines Verkehrsdelikts stoppen, der Mann sei bewaffnet gewesen und habe die Beamten angegriffen. Hunderte Demonstranten protestierten bald darauf am Tatort gegen Polizeigewalt.

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