Doppelte Chance: Zwei Wege führen zur EURO 2020

Mit der neuen Nations League gibt es zusätzliche Möglichkeit, Ticket für die Europameisterschaft zu lösen

Österreichs Fußball-Nationalteam — im Bild David Alaba (M.) und Marko Arnautovic — geht zuversichtlich in die Nations League.
Österreichs Fußball-Nationalteam — im Bild David Alaba (M.) und Marko Arnautovic — geht zuversichtlich in die Nations League. © APA/Punz

Von Roland Korntner

Sie war vor der Einführung nicht unumstritten, die Nations League, doch die Absicht dahinter ist klar. „Damit gibt es für kleine und mittlere Nationen die Chance, einen Überraschungscoup zu landen und sich für die EM zu qualifizieren“, erklärt ÖFB-Präsident Leo Windtner den Hintergedanken des neuen Bewerbs. Denn über diesen werden vier Tickets für die EURO 2020 ausgespielt, verteilt auf alle vier Leistungsstufen. Das bedeutet, dass selbst aus der vierten und somit schwächsten Gruppe eine Mannschaft bei der Europameisterschaft mit von der Partie sein wird.

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Windtner: „Es ist eine Frage der Solidarität“

„Es ist eine Frage der Solidarität, dass man die kleinen Nationen nicht vom Tisch wischt“, so Windtner. Er kennt auch die weiteren Vorteile der Nations League. „Es handelt sich um einen Wettbewerb, damit haben diese Spiele einen komplett anderen Stellenwert“, so der Oberösterreicher. Das betrifft die Vermarktung genauso wie das Zuschauerinteresse und somit die Einnahmen. Zudem wird damit die Zahl der Freundschaftsspiele deutlich reduziert. Für Windtner auch kein Problem: „Um viele dieser Begegnungen muss einem nicht leid sein.“ Etwa der Termin im November, als sich im Vorjahr zum Heimspiel gegen Uruguay gerade einmal 11.700 Zuschauer ins Happel-Stadion verirrten, sei weder „bei den Fans, noch bei den Spielern und deren Klubs beliebt gewesen“. Termine für Highlights wie heuer gegen Deutschland oder Brasilien sind aber auch weiterhin möglich.

„Das erklärte Ziel ist der erste Platz“

Die Zielsetzung Österreichs für die Premiere ist klar. „Der erste Platz“, so Windtner im Gespräch mit dem VOLKSBLATT. Damit würde man einerseits die Chance auf das EM-Ticket über diesen Weg wahren und zudem in die A-Liga mit den absoluten Top-Nationen wie Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien oder England aufsteigen.

Die Gruppe mit Auftaktgegner Bosnien-Herzegowina und Nordirland bezeichnet der ÖFB-Boss als „nicht leicht, aber machbar. Wenn wir alles reinhauen, werden wir das Ziel erreichen.“

Vor der Nummer 39 der Weltrangliste ist Windtner aber natürlich gewarnt. „Sie haben exzellente Einzelspieler, wenn man da nicht konsequent auftritt, wird man bestraft“, verwies er auf die letzte WM-Qualifikation, als Österreichs Nationalmannschaft mit Serbien einer ähnlich agierenden Mannschaft den Gruppensieg überlassen musste und nur auf Rang vier landete.