Drei Stunden Queen in voller Lautstärke

„We Will Rock You“, das Queen-Musical in der Linzer Sporthalle

Die Bühnenshow lässt nichts zu wünschen übrig.
Die Bühnenshow lässt nichts zu wünschen übrig. © DAVIDS/Sven Darmer

Im allmächtigen Konzern Globosoft unter CEO Killer Queen ist jede Individualität verboten. Alle denken und tun dasselbe, kleiden sich gleich und hören dieselbe, computergenerierte Musik von „Radio GaGa“.

Widerstand wird schwer bestraft. Dass sich systemkonforme Bösewichter und auch ihre Chefin mit den einzigartigen Songs des Freddie Mercury selig vorstellen, bleibt nicht der einzige Widerspruch in der hausbackenen Story.

Dreistündiges Spektakel

„We Will Rock You“ kracht noch heute und morgen über die Bühne der Linzer Sporthalle. Ben Elton machte aus den größten Queen-Hits das dreistündige Spektakel „We Will Rock You“ an dem auch die Queen-Urgesteine Brian May und Roger Taylor mitwirkten. (Uraufführung 2002 in London).

Die Texte werden auf Deutsch gesprochen, Lieder donnern in Originalsprache über ein Publikum aller Altersstufen in der zu zwei Drittel besetzten Halle. Motto: „I Want It All and I Want It Now“.

Tonnenweise Soundmaschinen, unzählige Lichtapparate, Projektionen, Videos, einfach alles, was moderne Bühnentechnik zu bieten hat, setzen in einer riesigen Show die einzigartigen Songs in Szene. Lautstärke, die Fußsohlen wie Magengrube physisch erschüttern, überdröhnt die Stimmen der Protagonisten an der Schmerzgrenze. Ohrstöpsel werden in der Pause angeboten.

Lange bevor die Killer Queen den Planeten IPad beherrschte, gab es echte Musik. Das letzte Relikt, ein rätselhaftes Ding namens E-Gitarre, soll unter dem Felsen „Rock“ zusammen mit heiligen Bändern vergraben sein. Dreihundert Jahre in der Zukunft will Galileo Figaro mit seiner Freundin Scaramouche den Rock ins Rollen bringen. Die beiden stehen ganz schön „Under Pressure“, aber „Break Free“ ist ihnen wichtiger. Auf der Strecke treffen sie auf übriggebliebene Hippies, die „Bohemians“. Sie munkeln von einer Rhapsody. Zwei Dutzend Queen Hits quetscht das Musical zwischen manchmal auch witzige Szenen. Sobald es gelingt, die Handlung und noch mehr die Dialoge auszublenden, außerdem die Songs in Musicalversion zu akzeptieren, lässt die Genialität der Queen-Hits Lautstärke und Story vergessen.

Feinster Musicalgesang

Die Lieder sind arrangiert für Band, Orchester und Chor. Präzise die artistischen Choreografien, Musicalgesang von feinster Qualität, die Bühne spielt alles, was Technik hergibt. Futuristische Kostüme tragen die Bösewichter, Rockerklamotten die Rebellen, da wie dort opulent und witzig. Eingeschworene Fans verbringen ihre „Night at the Opera“.

Die ultimativen Highlights stehen nach der Pause noch aus. Stampf-Stampf-Klatsch in Vollversion rockt die Halle und schließlich werden alle zu „Champions“. Schlussapplaus. Licht aus. „Wollt ihr ,Bohemian Rhapsodie’?“, steht plötzlich meterhoch im Raum. No na! Dann in voller Länge — die einzigartige Hymne der Popgeschichte mit der Gewissheit: Queen bleibt für immer „A Kind of Magic“.

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