Dreifache Mutter leidet unter seltener Erkrankung

Caritas-Mitarbeiterin ermöglichte ihr Traum vom Schwimmen

Im Wasser blüht Michaela Grafinger (im Bild mit Ehemann Josef und Sohn Felix) wieder richtig auf. © Caritas OÖ

Durch die so genannte „Zebra-Krankheit“ ist Michaela Grafinger aus Hörsching auf den Rollstuhl angewiesen. Caritas-Familienhelferin Michaela Promberger (54) und ihre Kolleginnen unterstützen die dreifache Mutter und ihren ebenfalls gesundheitlich angeschlagenen Mann Josef drei Mal pro Woche. Weil die Caritas-Mitarbeiterinnen immer bemüht sind, dass es auch der „Seele gut geht“, ist für die 44-Jährige jetzt ein Traum in Erfüllung gegangen: Einmal wieder Schwimmen zu gehen – mit ihrem Jüngsten Felix (7), der gerade Schwimmen lernt.

Krankheitsbild ist noch unklar

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Erschlaffung der Muskeln, Fehlschaltungen im Gehirn, Spastiken, Blasenlähmung – das ist nur ein kleiner Auszug der Erkrankungen, die bei der 44-Jährigen diagnostiziert wurden. Als sie vor sechs Jahren einmal umfiel, maß sie dem wenig Bedeutung zu. Als dreifache Mama mit zwei Jobs war ihr Alltag turbulent genug. Zwei Jahre später konnte sie vor Schmerzen nicht mehr aus dem Bett und kam ins Krankenhaus. Sechs Monate später war die Hörschingerin auf den Rollstuhl angewiesen. Niemand weiß, was sie hat. Ihre Krankheit gehört zu den (noch) nicht diagnostizierbaren „Zebra-Krankheiten“.

„Das Schlimme ist, dass ich nicht weiß, wie es weitergeht“, erzählt sie: „Es hat Jahre gedauert, bis ich das akzeptiert habe. Es war so frustrierend: Ich sah die Arbeit im Haus – und konnte sie nicht machen.“ Heute meistert sie tapfer ihren Alltag. An guten Tagen kann sie maximal fünf Stunden im Rollstuhl sitzen, bevor sie sich wieder niederlegen muss. Ihr Mann kann sie nur wenig unterstützen, weil er ebenfalls an schweren Erkrankungen leidet.

Seit drei Jahren wird die Familie von der Caritas unterstützt. Die Mitarbeiterinnen holen den 7-Jährigen vom Hort ab, spielen mit ihm, kochen und übernehmen Tätigkeiten im Haushalt.

In einem Gespräch erfuhr Promberger, dass Michaela Grafinger, in der Jugend viele Schwimmwettkämpfen gewonnen hat und gerne wieder ins Wasser möchte. Aufgrund der Blasenlähmung und dem damit verbundenen Loch in der Bauchwand für den Katheter rieten ihr die Ärzte wegen der Infektionsgefahr ab, sich auch nur in die Badewanne zu legen. Die Caritas-Mitarbeiterin fand bei der Firma Publicare eine spezielle Klebefolie, die das Loch in der Bauchwand zuverlässig auch bei längerem Verbleib im Wasser schützt.

So fuhr Grafinger im März erstmals nach Bad Hall und tauchte mit dem Badelift ins warme Thermalwasser ein. Sie fühlte sich so schwerelos und bewegungsfrei wie schon lange nicht. Keine Schmerzen – und in ihrem Element zu sein: Freude pur. Gemeinsamen Ausflügen ins Schwimmbad mit Sohn Felix stehen seither nichts mehr im Weg.