„Du schreist meinen Mann nicht an!“

Amazon Prime präsentiert in „Unzensiert“ Rapper Bushido sehr privat

Anna-Maria und Anis Ferchichi: „Unzensiert“
Anna-Maria und Anis Ferchichi: „Unzensiert“ © Content Factory/Amazon Prime Video

Anis Mohamed Youssef Ferchichi ist zur Zeit wieder in aller Munde. Der Musiker präsentierte erst kürzlich seine Drillinge, die „Bild“ berichtet regelmäßig über Privates, aber auch Geschäftliches und Rechtliches, Jahresrückblicke im TV laden Ferchichi zum Talk. Bekannt ist er unter dem Namen Bushido, mit dem er seit den späten 1990ern auftritt, lange ein Image als Gangsta-Rapper pflegte.

Auf Amazon Prime breitet der Rapper und Produzent sein Leben nun in aller Breite und (Un)Tiefe in der Serie „Unzensiert. Bushido’s Wahrheit“ aus. Die sechs Folgen der Dokuserie sind eine eigenartige Mischung aus Erklärungen, Verteidigung, Promotion und Imagekampagne.

Im Mittelpunkt steht Bushidos verhängnisvolle Verbindung mit Arafat Abou-Chaker. Die Familie Abou-Chaker, die von Medien und Behörden auch als Abou-Chaker-Clan bezeichnet wird, zählt, laut Schätzungen der Polizei, in Berlin an die 200 bis 300 Personen, von denen einige der organisierten Kriminalität zuzuordnen seien.

Die Verbindung Abou-Chaker und Bushido war wohl für beide Seiten lukrativ, dass sie freiwillig war, stellt der Rapper schwer in Frage, berichtet von Übergriffen Arafats und schließlich über die „Trennung“ von seinem zwischenzeitlichen Manager. Das brachte Bushidos Familie bis heute Polizeischutz ein.

Über die ganze Serie hinweg wird dieser Konflikt, der noch immer vor Gericht anhängig ist, von Ferchichi und seiner Frau Anna-Maria erzählt, Arafat Abou-Chaker wollte sich nicht äußern. Ob da nun alles auf den Tisch kommt, was diese Beziehung betrifft, lässt sich für Unbeteiligte nicht beurteilen. Die treibende Kraft hinter Bushidos „Wandlung“ war ganz offensichtlich Anna-Maria Ferchichi. „Du schreist meinen Mann nicht mehr an!“, berichtet sie von einem Anschiss, den sie Arafat Abou-Chaker einst gegeben haben soll. Es sollte nicht der einzige bleiben.

Zugreifen! Angeblich die einzige Chance

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Sehr offenherzig geben sich Bushido und seine Frau, was ihre gemeinsame Geschichte betrifft. Ob es das Kennenlernen, aber auch das gemeinsame Familienleben ist, die Zuschauer sehen und hören die Kinder des Paares, Anna-Marias Eltern kommen zu Wort, Szenen der Hochzeit. An diesen Stellen kann man „Unzensiert“ getrost auch Boulevard-Doku nennen.

Um Bushidos musikalischen Weg geht es ganz zu Beginn der Doku, andere Rapper kommentieren, ordnen den in Bonn geborenen Ferchichi gut ein, geben Einblicke in die Wendung, die er dem Deutsch-Rap einst gegeben hat. Auch Bushidos Charakter bekommt hier mehr Kontur, als bei den vielen langen Aufnahmen und Gesprächen, die sein Privatleben ausleuchten und häufig zu sehr wie eine PR-Kampagne wirkt.

Ein bisschen ist „Unzensiert“ natürlich auch ein Krimi, dessen Fort- oder Ausgang auch nach Ende der Serie in den Medien mit verfolgt werden kann, ist Bushido dank seines Promi-Status’ ein begehrtes Objekt, auch wenn es um rechtliche Dinge geht, in die er involviert ist.

Ist diese Doku für Bushido-Fans, für sehr neugierige Menschen, die gerne im privatesten Leben anderer stöbern, oder für jene, die so ein bisschen Einblick in die Welt von Möchtegern- und echten Bösewichten haben wollen? Bushido hat es Anfang 2021 so ausgedrückt: „Es ist die einzige Chance. Es wird darüber hinaus nie wieder irgendetwas thematisiert von unsere Seite aus, was irgendwie mit unserem privaten Leben zu tun haben könnte.“ Zugreifen, wer das glaubt und Lust darauf hat.

Von Mariella Moshammer

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