Du sollst den Adolf in dir spüren

Landestheater zeigt Theresia Walsers „Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm“

Warten auf ... Selbsterkenntnis? Drei Mimen reden sich in den eigenen Abgrund: Helmuth Häusler, Daniel Klausner, Horst Heiss
Warten auf ... Selbsterkenntnis? Drei Mimen reden sich in den eigenen Abgrund: Helmuth Häusler, Daniel Klausner, Horst Heiss © Petra Moser

„Wenn man daheim etwas liest und zu lachen anfängt, ist das immer ein gutes Zeichen.“ Also ward die Zuneigung von Regisseurin Nina Metzger zum Theaterstück „Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm“ entfacht. Eine Komödie über Eitelkeiten im Kunstbetrieb und zur Frage, wie sehr die Hauptverantwortlichen der Nazigräuel zur gediegenen Abendunterhaltung taugen. Drei Mimen vor dem Auftritt in einer Talkshow, zwei haben schon erfolgreich den Hitler gestemmt, einer den Goebbels.

„Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm“, uraufgeführt 2006, stammt von Theresia Walser, der jüngsten Tochter des Schriftstellers Martin Walser. Bis heute oft und immer wieder auf deutschsprachigen Bühnen gezeigt, stellt es spielerisch Grundfragen des Theaters: Wie politisch engagiert will Theater sein, wie quotengeil kann es sein, und was zum Teufel geht in den Köpfen der Akteure vor?

Drei Theaterschulen prallen in Gestalt der Schauspieler aufeinander. Einer ganz modern (Multimedia!), der andere von der abstrakten Abteilung bis hin zum vermutlich wiedererkennbaren Problemfall der jüngeren deutschen Kinogeschichte: ein Wiedergänger von Bruno Ganz, der leider als Hitler in „Der Untergang“ brillierte. Ein von der Grundidee her zutiefst obszönes Machwerk: Adolf beim Suppenlöffeln zusehen, während sich die Leichenberge stapeln?

Regisseurin Metzger verspricht durchaus „Spaß“, nicht nur eine Entblößung lachhaften Konkurrenzdenkens ist zu erwarten. Premiere ist am Sonntag, 20 Uhr, in der Studiobühne des Linzer Landestheaters. Es spielen Helmuth Häusler, Daniel Klausner und Horst Heiss.pia

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