Manfred Maurer

Meinung

von Manfred Maurer

Düpierte Kurden

Nicht zum ersten Mal in der Geschichte müssen die Kurden erleben, dass sie für die Großmächte nur ein Spielball sind. Dabei nützt es ihnen auch nichts, wenn sie auf der „richtigen“ Seite stehen.

Der Sieg über das IS-Kalifat in Syrien und im Irak ist wesentlich dem Einsatz kurdischer Milizen zu verdanken. Weil viele Staaten ihre eigenen jungen Männer nicht gegen den IS in die Schlacht werfen wollten, waren kurdische Milizen willkommene Verbündete.

Natürlich kämpften die Kurden nicht aus Spaß an der Freude, für Amerikaner und Europäer die Köpfe hinzuhalten. Ihr Antrieb ist der Traum vom eigenen Staat. In der Auslöschung des IS-Kalifats sahen sie die Chance, einer Realisierung dieses Traumes näher zu kommen. Vielleicht hatten sie dabei auch mit der Dankbarkeit des Westens kalkuliert.

Weil aber Dankbarkeit keine politische Kategorie ist, wiederholt sich die Geschichte. 1991 hatten die Kurden — angespornt von den USA — den Aufstand gegen den irakischen Diktator Saddam Hussein gewagt. Die USA sahen dann dabei zu, wie der zwölf Jahre und einen verheerenden Krieg später gestürzte Despot den Aufstand blutig niederschlug.

„Der kurdische Frust wird sich auch in Terror entladen.“

Jetzt lassen die USA in Nordsyrien ihre kurdischen Verbündeten erneut fallen und der Türkei freie Hand. Der kurdische Frust darüber wird sich wohl auch in Terror entladen.

Wie ist Ihre Meinung?