Duftiger Zwergstrauch

Tipps von der Kräuterfee

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Im Garten oder am Balkon sollte man ein sonniges Plätzchen für den Thymian reservieren. © Nimmervoll

Von Gisela Nimmervoll

Aus der mediterranen Küche ist er nicht mehr wegzudenken und auch in der Hausapotheke hat er bereits einen Fixplatz ergattert: Der intensiv duftende Thymian ist schon fast ein „Muss“ im Kräuterbeet.

Die Volksmedizin nutzt den aromatischen Zwergstrauch vor allem bei Erkältungskrankheiten und zur Desinfektion. Die eiförmigen Blättchen und das blühende Kraut enthalten das ätherische Thymianöl, welches das Wachstum von Bakterien, Viren und Pilzen hemmt. Husten, Schnupfen und Halsschmerzen können so sanft mit Thymian-Tee oder Thymianöl-Inhalationen behandelt werden. Auch auf die Verdauung hat das aromatisch-würzige Kraut einen positiven Einfluss: Thymiantee wirkt bei Magen-Darm-Beschwerden krampflösend.

Wilde Verwandtschaft

Wächst der Thymian in unseren Breiten nur im Kräuterbeet oder im Topf, so ist sein wilder Bruder, der Quendel, bei uns heimisch. Viele kennen den Quendel nur unter seinem Volksnamen „Kudlkraut“ — im Fronleichnamskränzchen ist er ein wichtiger Bestandteil, da er vor Unheil beschützen soll. So findet man ihn auch unter den „Maria Bettstroh“-Kräutern: Einem alten Brauch zufolge wird ein Büschel aus Heilkräutern (Quendel, Frauenmantel, Labkraut, Johanniskraut, Schafgarbe,…) unter das Kissen von Gebärenden gelegt. Die Kräuter sollen eine einfachere Geburt fördern und Mutter und Kind vor Entzündungen schützen.

Quendel wächst bevorzugt an lichten Weg-, Wiesen- und Waldrändern sowie trockenen Böschungen. Man muss schon etwas genauer hinschauen, um den niedrig wuchernden Strauch zu entdecken, spätestens am aromatischen Geruch erkennt man ihn dann aber. Vom Wirkungsspektrum unterscheiden sich Thymian und Quendel kaum — auch der Quendel enthält keimhemmende Wirkstoffe. In Erkältungszeiten kann demnach ein Raumspray mit dem ätherischen Öl aus Thymian oder Quendel die Luft in geschlossenen Räumen desinfizieren. Der Duft von beiden Kräutern soll außerdem die Konzentration fördern und das Selbstvertrauen stärken.

Mediterane Thymian-Tomaten-Brötchen

Zutaten: 200 ml Buttermilch, 1 TL Salz, 1 TL Zucker, 330 g Dinkelmehl, 1 Pkg. Trockenhefe, 2 Handvoll getrocknete Tomaten, 10 – 15 Zweige Thymian

Zubereitung: Getrocknete Tomaten klein schneiden, Blättchen vom Thymian abrebeln. Mehl, Salz, Zucker, Trockenhefe, geschnittene Tomaten und Thymian mischen. Buttermilch zugeben und mit der Küchenmaschine (Knethaken) gut unterheben. Den Teig dann noch einmal mit den Händen kurz durchkneten, eine Kugel formen und zugedeckt etwa eine Stunde in einem warmen Raum rasten lassen. Den Teig dann auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und noch einmal kurz durchkneten. 6 bis 8 gleich große Teile abstechen und zu kleinen Brötchen formen. Die Teiglinge sollen dann 30 Minuten zugedeckt gehen.
Backofen auf 200 Grad vorheizen. Eine feuerfeste Schale mit Wasser in den Ofen stellen. Dann die Brötchen mit einem Messer einschneiden und etwa 30 Minuten goldbraun backen.