Dunkler Schatten ragt über WM

Vor der WM-Eröffnung in Ottensheim trauert die Ruder-Welt um verunglückten Sportler

Es hätte eine feierliche Auftaktpressekonferenz werden sollen, doch die Stimmung war schwer getrübt. Nach dem tragischen Unfall eines weißrussischen Para-Ruderers steht die WM in Ottensheim, die am Samstag (19.30) eröffnet wird, im Schatten der tiefen Trauer.

„Es war ein stiller Nachmittag für uns, kein leichter“, erklärte ein geschockter OK-Chef Horst Anselm. „Die ganze Ruder-Welt ist zutiefst betroffen. Dass so etwas bei der Heim-WM passiert, ist umso schlimmer“, sagte Österreichs Medaillen-Hoffnung Magdalena Lobnig. Im Regattazentrum wurde übrigens eine schwarze Flagge hochgezogen, die österreichische weht derzeit auf halbmast. Ob weitere Zeichen gesetzt werden, wird mit dem Weltverband FISA noch besprochen.

Der Unfallhergang ist derzeit noch Stand der Ermittlungen, laut Michael Babl, Pressesprecher der Landespolizeidirektion OÖ, sei aber ein sogenannter Schwimmer (Vorrichtung, die verhindert, dass das Boot kippen kann, Anm.) ausgebrochen. Das Opfer, das alleine unterwegs gewesen sein soll, werde in den nächsten Tagen obduziert.

Nichtsdestotrotz dürfen die Vorbereitungen nicht stocken, sind doch ab Sonntag rund 2000 Sportler aus 80 Nationen am Start.

Suche nach Normalität

„Oberösterreich ist ein internationaler Standort. Ein Sportereignis ist die sympathischste Form, sich auf internationaler Bühne zu zeigen“, sagte LH Thomas Stelzer. „Wir hoffen, dass die WM bis zum Wochenende in guter Atmosphäre über die Bühne gehen kann“, beschrieb Anselm die Suche nach der Normalität.

Zwischen acht und neun Mio. Euro wurden laut Gerhard Wildmoser, Präsident des Executive Boards, insgesamt in das Regattazentrum in Ottensheim gesteckt, gerechnet wird mit 50.000 Besuchern, bis zu 200 Millionen TV-Zuschauer und einer Wertschöpfung aus dem Tourismus von 15 bis 20 Millionen Euro.

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