Dussmann: „Übernahme war eine einmalige Chance am Markt“

Reinigungskonzern kaufte den Klinik-Säuberungsexperten Janus

Einigten sich auf die Übernahme: Dragan Janus (links) und Peter Edelmayer (Dussmann Service)
Einigten sich auf die Übernahme: Dragan Janus (links) und Peter Edelmayer (Dussmann Service) © Dussmann/Zowack

Es war kein alltäglicher Zusammenschluss, den die Berliner Dussmann-Gruppe und die Wiener Krankenhaus-Reinigungsfirma Janus im März bekannt gegeben hatten.

Dussmann hatte über die Österreich-Tochter mit Sitz den Mitbewerber übernommen – das VOLKSBLATT hatte bereits im Jänner exklusiv über das Vorhaben berichtet.

„Einmalige Chance“

Für Dussmann sei es eine einmalige Chance gewesen, erklärt Österreich-Geschäftsführer Peter Edelmayer im Interview. „Der Gesundheitssektor ist einer der interassantesten Bereiche im Reinigungsbereich. Die Verträge sind dort meistens langfristig abgeschlossen, Auftraggeber oft die Öffentliche Hand. Dazu ist die Janus-Gruppe der einzige private Anbieter, der eine kritische Größe erreicht hat“, so Edelmayer.

Grundsätzlich war ein solcher Zukauf nicht geplant, Dussman in Österreich im Gesundheitssegment bisher nicht groß präsent. Dass sich die Möglichkeit für die Übernahme ergeben hatte, liegt daran, dass das Unternehmen keinen Nachfolger innerhalb der Familie mehr fand.

„Meine Frau und ich haben das Unternehmen vor mehr als 25 Jahren von Null auf aufgebaut. Unsere beiden Töchter, die auch im Betrieb groß geworden sind, haben schon vor einigen Jahren gesagt, dass sie die Verantwortung für das Unternehmen nicht tragen wollen. Daher haben wir uns für den Verkauf entschieden“, so Dragan Janus gegenüber dem VOLKSBLATT.

Der Kaufpreis dürfte für beide Seiten gepasst haben, er sei marktüblich, so Edelmayer. Firmengründer Dragan Janus bleibt zudem Geschäftsführer des Unternehmens mit 1300 Mitarbeitern (Umsatz 46 Mio. Euro).

Von der Dussmann-Gruppe ziehen zusätzlich die Österreich-Service-Chefs Peter Edelmayer und Günter Oberhauser in die Geschäftsleitung.

Für Dussmann Service Österreich geht ein Wachstumsprozess weiter. 2019 erzielte man mit 3500 Mitarbeitern einen Rekordumsatz von 127 Mio. Euro. Im vergangenen Jahr brachte die Coronakrise mehr Geschäft beim Reinigungs- und Hygieneservice. Dafür drückte sie die Verpflegungssparte, die aber bedeutend weniger des Gesamtumsatzes ausmacht.

Von Christoph Steiner

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