Dynamik inklusive

Erst sehr spät, nämlich im Jahr 2017, ist Alfa Romeo in das SUV-Segment eingestiegen. Nun erfuhr der Stelvio ein Update, das dem dynamischen Wagen sehr gut steht.

Text & Fotos: Oliver Koch

Hohe Ziele hatte sich die Fiat-Tochter Alfa Romeo gesteckt, als sie vor zwei Jahren ihr erstes SUV präsentierten. Denn der Stelvio trägt immerhin den Namen des höchsten italienischen Gebirgspasses, den man hierzulande unter Stilfser Joch kennt. Jetzt haben die Italiener den Wagen dezent überarbeitet, der mit seiner coupéhaften Silhouette Dynamik ausstrahlt, obwohl er ganz 200 Millimeter Bodenfreiheit aufweist und ihn das somit (auch dank des Allradantriebs) zum astreinen Offroader macht. Die Dynamik vermitteln dabei nicht nur die schlanken, sich verjüngenden Frontscheinwerfer – auch die sanft abfallende Heckpartie steht dem knapp 1,7 Meter hohen Fahrzeug gut, obwohl damit einher geht, dass die Sicht nach hinten eher schlecht als recht ist.

Typenschein

Alfa Romeo Stelvio Super 2.2 ATX AWD

Preis: ab € 53.200,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 69.653,50 unter anderem inklusive Lusso Paket Walnussholz € 3275,-, Alfa Active Suspension € 1244,50, Fahrassistenz Paket Plus € 897,35, Alfa conect 3D € 2449,50, adaptiven Tempomat € 1283,80 und Komfort Paket € 674,65; einen Alfa Romeo Stelvio (2.2 16V 160 AT8) gibt es ab € 44.700,-
NoVA/Steuer: 12 %/ € 1045,44 jährlich
Garantie: 2 Jahre plus 2 Jahre Alfa Care bis max. 120.000 km, 3 Jahre Lackgarantie, 8 Jahre gegen Durchrostung
Service: laut Serviceheft bzw. Bordcomputer

Technische Daten:
Motor: R4, 16V, Common-Rail, Turbolader, Partikelfilter, 2143 cm³, 154 kW/210 PS bei 3750 U/min, max. Drehmoment 470 Nm bei 1750 U/min
Getriebe: Achtgangautomatik
Antrieb: Allradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 215 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 6,8 s
Leistungsgewicht: 8,31 kg/PS
MVEG-Verbrauch: 5,6 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 7,5 Liter
CO2-Ausstoß: 149 g/km
NOx: 0,0372 g/km; Euro 6d-TEMP

Eckdaten:
L/B/H: 4686/1903/1693 mm
Radstand: 2818 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1745/2410 kg
Kofferraum: 525-1600 Liter
Tank: 58 Liter (Diesel)
Reifen: 4 x 255/45 R20 105V auf 20“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/ACC/LDW
Airbags: 6

Das Cockpit wird von horizontalen Linien geprägt in die sich das 8,8 Zoll große Farbdisplay (der auf Knopfdruck auch geteilt werden kann) diskret einfügt. Dieses wird per Drehdrückregler gesteuert, wobei die Alfa Romeo die Bedienlogik konsequent einfach ausgelegt hat. Hinter dem schlanken Lederlenkrad befinden sich glasklare Digitalanzeigen, die ein sieben Zoll großes Digitaldisplay umrahmen; somit stehen dem Fahrer sämtliche, relevante Infos zur Verfügung. Gestartet wird per Knopf, der sich links auf dem Lenkrad befindet. Materialien, Haptik und Verarbeitung sind hochwertig – allerdings noch nicht ganz auf dem Premium-Niveau der deutschen Hersteller und auch punkto Infotainment, Kartendarstellung oder auch Assistenzsystemen hinkt der Stelvio der Konkurrenz ein wenig hinterher.
Ist dann einmal der 2,2-Liter-Diesel zum Leben erwacht fragt man sich zu Beginn: „Läuft der Wagen schon?“. So leise und laufruhig präsentiert sich der aufgeladene Selbstzünder, der nach eine Gedenksekunde auch flott drauflosprescht.

Nach 6,8 Sekunden hat der Alfa dann die 100er-Marke geknackt, dabei hat sich die Automatik spürbar, aber flott alle acht Gänge hinaufgearbeitet und selbst unter Volllast wird der Motor nie unaufdringlich laut. Das Fahrwerk wiederum präsentiert sich eher weich und sanft und in flotten Kurvenpassagen, die dem Stelvio wie auf den Leib geschneidert sind, zieht der Wagen stoisch seine Spur und neigt dabei im Grenzbereich nur minimal zum Übersteuern. Allerdings sollte man sich gut in die elektrisch einstellbaren Ledersitze hineinkuscheln, die geben nämlich nur wenig Seitenhalt. Leider ist auch die Lenkung etwas träge und nicht so herrlich exakt, wie es auf der anderen Seite die Bremsen sind; dafür zeigt sich der Motor beim Verbrauch handzahm, denn selbst im Dynamikmodus (der sogenannte dna-Schalter befindet sich auf der breiten Mittelkonsole) übersteigt der Spritkonsum kaum die Marken von acht Litern.

Platzmäßig weiß der Stelvio zu überzeugen, neben viel Kopf- und Kniefreiheit im Fond überzeugen auch die mannigfaltigen Ablagefächer und der Kofferraum ist mit 525 Litern Volumen äußerst üppig dimensioniert.

Fazit: Insgesamt ist der innen wie außen dynamische Stelvio ein attraktives Angebot für Individualisten mit nicht zu kleinem Geldbeutel, die auch bei einem SUV sportliches Fahren erleben wollen.

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