E-Scooter in Linz – Nach Hype nur mehr ein Verleiher

Seit einem Jahr gehören sie zum Linzer Straßenbild: die E-Scooter zum Anmieten. Entpuppte sich die Masse der elektrischen Rollen schnell in der Innenstadt zur gefährlichen Plage, sind sie in der nun angelaufenen Saison rar geworden.

Statt rund 800 Stück von sechs Anbietern, stellt aktuell nur mehr eine Firma 300 zur Verfügung, informierte Vizebürgermeister Markus Hein (FPÖ) am Dienstag.

Nach massiven Beschwerden über die E-Scooter in der Innenstadt hatte die Stadt im Sommer 2019 einen verpflichtenden Verhaltenskodex für die Verleiher eingeführt. „Während andere Städte wie Graz zu Verboten gegriffen haben“, wählte Linz diesen Weg, um die Probleme des anfänglichen Hypes in den Griff zu bekommen.

Mit einem Maßnahmenkatalog wird etwa vorgeschrieben, dass die Roller in sensiblen Bereichen der Stadt, wie Fußgängerzonen und Parks, auf zehn km/h zu drosseln sind. Zudem haben die Betreiber auch darauf zu achten, dass ihre Roller nicht mehr in Radständern, in Wartehäusern von Haltestellen oder auf schmalen Gehwegen (Breite unter 2,50 Metzer) geparkt werden.

Für diese Saison wurde jener Kodex noch im Hinblick auf Nachhaltigkeit erweitert. Es kamen u.a. Bestimmungen zur Umweltverträglichkeit hinzu. „Wir wollen keine Wegwerf-E-Scooter“, meinte Hein in einer Online-Pressekonferenz. Betreiber müssen nun nachweisen, dass ihre Roller über ein nachhaltiges Akkutauschsystem verfügen und der Wechsel mit Fahrzeugen ohne klassischen Verbrennungsmotor stattfinde, heißt es jetzt.

Der derzeit noch einzig verbliebene Anbieter sammelt seine Roller nachts nicht ein, sondern tauscht sie direkt an Ort und Stelle aus. Laut Hein haben inzwischen neue Firmen ihr Interesse für Leih-Scooter in Linz angemeldet. Möchten sie an den Start gehen, haben sie den Verhaltenskodex zu unterzeichnen.

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