E-Wirtschaft will 28 Mrd. in Erneuerbaren-Ausbau investieren

Wasserkraft-Ausbau ist am weitesten fortgeschritten © APA/dpa/Lino Mirgeler

Das politisch vorgegebene Ziel, bis 2030 Österreichs Strombedarf übers Jahr gerechnet zur Gänze aus erneuerbaren Quellen zu decken, ist erreichbar, sagt die E-Wirtschaft. Laut Verbund-Chef Michael Strugl, Präsident des Branchenverbandes Oesterreichs Energie, mangelt es nicht an Projekten dafür – insgesamt 28 Mrd. Euro wollen die Energiekonzerne investieren. Voraussetzung dafür seien aber die für den Ausbau notwendigen Flächen und schnellere Genehmigungsverfahren, sagt Strugl.

Laut einer internen Erhebung hätten die 24 Mitgliedsunternehmen von Oesterreichs Energie für den Zeitraum bis 2030 in Summe 220 Investitionsprojekte mit einem Gesamtvolumen von 28 Mrd. Euro gemeldet, sagte Strugl am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. 16 Milliarden davon sollen in den Ausbau der Erzeugungskapazitäten fließen, 12 Milliarden für Speicher. Ein kleinerer Teil der Projekte, vor allem Pumpspeicher, wird laut Strugl auch erst nach 2030 in Betrieb gehen können.

Ingesamt 27 Terawattstunden (TWh) an zusätzlicher Erzeugung müssten realisiert werden – das letzte Mal habe man für einen derartigen Ausbau gut 30 Jahre gebraucht.

Bei der Wasserkraft wird eine Leistungssteigerung um 7 Gigawatt angestrebt, davon 6 GW im Speicherbereich. Der Wasserkraft-Ausbau ist auch am weitesten vorangeschritten. Hier beträgt das Projektvolumen laut Strugl 4,7 TWh, damit komme man dem Ausbauziel von 5 TWh bereits sehr nahe.

Bei der Windkraft liegen derzeit 4,4 TWh als Projekte vor, also etwa die Hälfte des im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EGA) definierten Ziels von 10 TWh. „Derzeit steht Wind in Österreich für einen Anteil an der Stromerzeugung von ca. 10 Prozent, also rund 7 Terawattstunden“, erklärte Strugl. Gerade bei der Windkraft gebe es aber auch viele Projekte von Unternehmen, die nicht Mitglied von Oesterreichs Energie sind. Diese Unternehmen hätten ungefähr einen Marktanteil von 50 Prozent in der Windkraft.

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Bei der Photovoltaik ist ein Zuwachs von 11 TWh vorgesehen, hier beträgt der Projektumfang der Mitgliedsunternehmen von Oesterreichs Energie 2,9 TWh. Biomasse hat ungefähr einen Anteil von 5 Prozent an der Stromerzeugung, allerdings spielt Biomasse bei den Mitgliedsbetrieben von Oesterreichs Energie keine große Rolle.

Der Branchenverband hat auch die Akzeptanz in der Bevölkerung für den Ausbau der Energie-Infrastruktur erheben lassen. Der Ukraine-Krieg habe dazu geführt, dass die Zustimmung zum Ausbau der Energiewende-Infrastruktur deutlich gestiegen sei, berichtete Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie. „Die Leute wollen unabhängig werden, sie wollen Erneuerbare ausbauen, sei das selber oder sei das, dass sie nicht gegen Windparks oder große Projekte opponieren.“ Die Zustimmung zu den Klimazielen sei angesichts der gefährdeten Versorgungssicherheit und der hohen Energiepreise zuletzt leicht gesunken. „Die Leute haben derzeit wahrscheinlich andere Sorgen.“

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