Ed Sheeran: No.6 Collaborations Project (Warner)

Kollaborationen sind in der Popwelt nichts Außergewöhnliches. Dass eine ganze Platte aus Duetten besteht, kommt dagegen seltener vor. Musikgrößen wie Barbra Streisand, Jazzsänger Tony Bennett oder Elton John sind solche Ausnahmen. In diese Riege traut sich nun auch Ed Sheeran mit seinem Duett-Album „No.6 Collaborations Project“. Duette sind für den Briten in seiner Karriere nichts Neues. „Ich bin ein riesiger Fan all der Künstler, mit denen ich kollaboriert habe“, teilte er über sein Label mit. Unter den ingesamt 22 Gesangspartnern sind auffällig viele Rapper, darunter Eminem, 50 Cent, Meek Mill, Chance the Rapper oder Cardi B. Damit schlägt der 28-Jährige einen doppelten Bogen zu seinen Wurzeln. Damals war Sheeran vermehrt in der britischen Rapszene unterwegs und holte sich 2011 für die EP „No.5 Collaborations Project“ mehrere Hip-Hopper ins Studio. Kurz darauf wurde der Songwriter von einer Plattenfirma entdeckt und startete mit „The A-Team“ seine Weltkarriere. Acht Jahre später bringt Sheeran sozusagen den Duett-Nachfolger heraus. Zu hören sind etwa in der ersten Single-Auskoppelung der Ohrwurm „I Don’t Care“ mit Justin Bieber oder die emotionale Gitarren-Ballade „Best Part Of Me“ mit Yebba. Wer bei der Zusammenarbeit mit Gute-Laune-Sänger Bruno Mars und Country-Star Chris Stapleton den neuen Sommerhit erwartet hat, wird eines Besseren belehrt: „Blow“ ist eine lupenreine Rocknummer. Insgesamt zeigt sich der preisgekrönte Songwriter in seinen 15 neuen Songs variantenreich.      Thomas Bremser

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