Edin Dzeko bestrafte schwaches Österreich

ÖFB-Elf enttäuschte beim 0:1 zum Start in Nations League gegen Bosnien völlig

Von Christoph Gaigg

Nein, das war nicht das österreichische Nationalteam, das mit starken Leistungen in den Testspielen unter Teamchef Franco Foda große Hoffnungen genährt hatte. Im Gegenteil, es war vielmehr die schlechteste Darbietung unter der Ägide des Deutschen. Völlig verdient strafte Bosnien-Torjäger Edin Dzeko die biederen Österreicher mit seinem 1:0-Siegtreffer (78.) ab und fügte der ÖFB-Elf im achten Spiel der Ära Foda die zweite Niederlage zu.

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Dabei hatte die Anfangsphase vielversprechend gewirkt. Die große Torszenen blieben zwar aus, man hatte aber das wohltuende Gefühl, dass Österreich die Kontrolle über das Match innehatte. Mit unzähligen Ballverlusten schaffte es die ÖFB-Elf aber, die Bosnier zum Leben zu erwecken. Der Gegner wurde stärker, selbstbewusster und kam einem Treffer zweimal ganz nahe: Innenverteidiger Sunjic (27.) und Edin Dzeko (40.) verpassten haarscharf Hereingaben in den Sechzehner.

Und auf der Gegenseite? Da kam gar nichts mehr. Selbst die Pressingsituationen, in denen man einige Ballverluste bei den defensiv sehr anfälligen Gästen erzwang, ließen die Österreicher ungenutzt.

Auch Systemänderung blieb ohne Wirkung

Vom Plan, über die schnellen Flügel Arnautovic und Lazaro Druck zu erzeugen, wurde ohnehin gänzlich abgerückt, stattdessen mit langen Bällen vergeblich der schwache Gregoritsch, der die Zuspiele nie sichern konnte, gesucht. So hätten sich die Gäste gegen erwartet aggressive und zweikampfstarke, aber keineswegs überragende Bosnier über einen Rückstand zur Pause nicht beklagen dürfen.

Das blieb auch Foda nicht verborgen. Er verwarf das 3-4-3-System, zog Gregoritsch hinter die einzige Spitze Arnautovic zurück, stärkte so auch das Mittelfeld. Allein, es spiegelte sich im Spielverlauf kaum wider.

Zurück in der Realität

Die Angriffslust der Osteuropäer war ungebrochen, die beste Chance vergab Dzeko — da rettete Alaba nach schwacher Lindner-Abwehr (56.). Offensiv blieb Österreich weiter vieles schuldig, von Ungenauigkeiten, Fehlpässen und Ausrutschern abgesehen. Das einzige Mittel: Weitschüsse, die ihr Ziel klar verfehlten.

So ist man fast gezwungen zu sagen: Irgendwie geschah es den rot-weiß-roten Kickern recht, dass Edin Dzeko diese Leistung nicht ungestraft ließ. Nach Ballverlust von Arnautovic attackierte Prödl viel zu zögerlich, der Roma-Stürmer schoss ins lange Eck ein. Und Österreich musste nach dem ersten Foda-Pflichtspiel erkennen, dass noch ein Haufen Arbeit wartet. Willkommen am Boden der Realität!