Eierbauern fordern Preiserhöhung wegen hohen Futterkosten

Die heimischen Legehennenbetriebe fordern aufgrund rasant gestiegener Futterkosten deutlich höhere Eierpreise vom Handel. Im Schnitt 5 Cent pro Ei mehr sei derzeit notwendig, um die zusätzlichen Kosten abzudecken, sagte der Obmann der Erzeugergemeinschaft (EZG) Frischei, Franz Kirchweger, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Die Eier-Versorgung über Ostern sei gesichert, aber ohne mehr Geld vom Handel stehe die Existenz vieler Betriebe auf dem Spiel.

Rund 60 Prozent der Gesamtkosten der Eierbauern entfällt auf Futter. Der Futterpreis hat sich laut Branchensprecher Kirchweger im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. „Angesichts der dramatischen Kostenentwicklung bei Futter, Energie und anderen Betriebsmitteln möchten beziehungsweise müssen wir jedoch mit Nachdruck an die gesamte Wertschöpfungskette appellieren, die existenzbedrohliche Lage vieler Höfe anzuerkennen und zu verbessern“, sagte Kirchweger. Ohne sofortige Preisanpassung sei auch der hohe Eier-Eigenversorgungsgrad in Österreich von 90 Prozent gefährdet.

Landwirtschaftskammer-Österreich-Präsident Josef Moosbrugger fordert von den Supermärkten und vom Lebensmittelgroßhandel „eine schnelle Reaktion auf die jetzige Situation“. Eine „Alibierhöhung“ helfe den Eierbauern nicht. Der Lebensmittelhandel habe für 2021 wieder ein Rekordjahr vermeldet, so der Landwirtschaftskammer-Chef. Hohe Qualität, gentechnikfreie Fütterung und artgerechte Tierhaltung „zum billigsten Preis“ sei nicht möglich. Aufgrund der starken Kostensteigerungen will Moosbrugger mit dem Handel über Tagespreise für landwirtschaftliche Produkte sprechen. Für ein Quartal vereinbarte Preise zwischen Handel und Bauern seien in der aktuellen Teuerungsphase nicht adäquat.

Pro Jahr verbraucht jede in Österreich lebende Person im Schnitt 236 Eier, geht aus einer repräsentativen AMA-Umfrage hervor. 2021 wurden von den heimischen Haushalten 817 Mio. Frischeier im Wert von 210 Mio. Euro gekauft. 52 Prozent der gekauften Eier entfielen auf Bodenhaltung, 33 Prozent auf Freilandhaltung und 15 Prozent auf Bio-Haltung. Viele Bauern verkaufen ihre Eier direkt an Konsumenten oder an die Gastronomie und Hotellerie. Mehr als jeder vierte Befragte kauft Eier regelmäßig ab Hof.

Um die Landwirtschaft zu stützen, pocht Moosbrugger auf die schnelle Umsetzung der Kennzeichnung für verarbeitete Lebensmittel und eine Absenkung der Mineralölsteuer in Österreich auf EU-Schnitt. Im Regierungsprogramm haben ÖVP und Grüne „eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung der Primärzutaten Milch, Fleisch und Eier in der Gemeinschaftsverpflegung (öffentlich und privat) und in verarbeiteten Lebensmitteln ab 2021“ vereinbart. Die Landwirtschaftsbranche wartet seit längerem auf die Verordnung des Gesundheitsministeriums und erhofft sich von der Lebensmittelkennzeichnung mehr Nachfrage nach heimischen Lebensmitteln.

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