Ein Befehl und zehn fatale Folgen

Anti-Trump-Demo in Manila (Philippinen): Der US-Präsident fördert mit seiner Politik den Antiamerikanismus rund um den Globus.
Anti-Trump-Demo in Manila (Philippinen): Der US-Präsident fördert mit seiner Politik den Antiamerikanismus rund um den Globus. © AFP/Aljibe

US-Präsident Donald Trump gibt einen Tötungsbefehl — und löst damit eine internationale Krise aus. Hier zehn mögliche, teils schon eingetretene Folgen:

1. Atomabkommen mit Iran endgültig tot

Trump hat das ohnehin gewollt, die anderen Vertragspartner aber nicht: Der Iran hat den Atomdeal aufgekündigt und schreitet nun Richtung Atombombe.

2. Irans Einfluss in der Region wird noch größer

Trump will die Regionalmacht Iran eindämmen — und erreicht das Gegenteil. Die Schiiten im irakischen Parlament haben — gegen den Willen von Sunniten und Kurden — den Abzug aller ausländischen Truppen verlangt.

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3. Rückschlag im Kampf gegen Islamischen Staat

Die US-geführte internationale Koalition zum Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) setzt ihren Einsatz im Irak vorerst aus. Der IS macht dagegen sicher keine Pause.

4. Europa droht eine neue Flüchtlingswelle

Trump ist das egal, denn es trifft hauptsächlich Europa: Eine Eskalation am Persischen Golf heizt bestehende Konflikte in der Region an — und damit natürlich auch die Flüchtlings- sowie Migrationskrise.

5. Höhere Bedrohung für Israels Sicherheit

Israels Premier Benjamin Netanyahu bejubelt Trumps Aktionen zwar, doch als engster Verbündeter der USA ist der jüdische Staat auch erstes Racheziel für islamistische Extremisten. Für Israels Sicherheit wirkt Trump nur kontraproduktiv.

6. Schulterschluss der islamischen Welt

Einander ansonsten bis aufs Blut bekämpfende Schiiten und Sunniten haben einen noch größeren gemeinsamen Feind: die USA und seine „ungläubigen“ Verbündeten. Nicht nur (dem Iran nahestehende) Schiiten, auch (mit dem Iran eigentlich verfeindete) Sunniten werden die aktuelle Krise für ihren Dschihad gegen den Westen instrumentalisieren.

7. Wachsender Antiamerikanismus

Seit seiner Amtseinführung stellt Trump die Freundschaft mit den USA auf eine Belastungsprobe nach der anderen. Das antiamerikanische Lager wird rund um den Globus weiter Zulauf erhalten.

8. Neue Irritationen im westlichen Bündnis

Das transatlantische Bündnis als Gegengewicht zum aufstrebenden China und zur wiedererstandenen Großmacht Russland wird durch Trumps gefährliche Alleingänge weiter geschwächt. Für den auf Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gepolten Teil der Welt bedeutet das nichts Gutes.

9. Weitere Schwächung der Weltwirtschaft

Schon das aktuelle Schwächeln der Weltwirtschaft geht zu einem Gutteil auf das Konto das Handelskriegers Trump. Eine Eskalation der Golfkrise könnte ihr den Rest geben.

10. Ablenkung vom Impeachment-Prozess

Viele Kommentatoren vermuten: Trump will nur vom anstehenden Amtsenthebungsverfahren ablenken. Tatsächlich wird dieses weniger Aufmerksamkeit bekommen, wenn es am Golf kracht. Aber eigentlich hätte Trump das nicht nötig, weil im Senat keine Mehrheit für seine Absetzung droht.

 

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