Ein Duft, der belebt …

Als echtes „Kind des Südens“ durchwärmt und belebt der Rosmarin sowohl Körper als auch Geist. Der klärende Duft hilft die Konzentration zu verbessern und holt aus der Erschöpfung. Einen Hauch von Sonne und Wärme bringt der balsamisch duftende Rosmarin selbst an kalten Wintertagen in unsere Küchen. Das im Mittelmeer beheimatete Heilkraut hat sich bereits gut bei uns eingewöhnt und wird für allerlei mediterraner Gerichte und zum verfeinern von Fleisch und Gemüse verwendet. Da Rosmarin sein angenehmes Aroma erst bei Hitze richtig entfalten kann, sollte er in Gerichten immer eine Weile mitgekocht werden.

Rosmarin © Tycoon101 - stock.adobe.com

Tipps von der Kräuterfee

Von Gisela Nimmervoll

Aber nicht nur in der Küche schätzt man den Duft des Südens: Erschöpften, müden Menschen mit niedrigem Blutdruck und wenig Energie kann der Rosmarin den Kreislauf wieder aufpeppen und die Stimmung heben. Das mediterrane Heilkraut wird dafür in Form von Tee oder als Tinktur eingenommen. Bei schwachem Kreislauf nach einer Grippe wirkt ein Bad mit Rosmarin tonisierend und belebend – dem Badewasser kann ein starker Rosmarintee oder Rosmarin-Badesalz zugesetzt werden. Einreibungen und Massagen mit dem ätherischen Öl sind eine Wohltat für schmerzende Gelenke, da das Rosmarinöl den Stoffwechsel anregt, die Durchblutung fördert und zudem leicht schmerzstillend wirkt. Und selbst Morgenmuffeln kommen mit dem stimulierenden Rosmarinduft besser in die Gänge – das ätherische Öl kann mit Wasser in die Duftlampe geträufelt oder stark verdünnt mit einem pflegenden Basisöl auf die Schläfen gerieben werden. Ein solches „Frühaufsteheröl“ kann mit Olivenöl und einigen Zweigen der mediterranen Pflanze auch leicht selbst hergestellt werden. (Rezept) Die stark belebenden Eigenschaften sind allerdings nicht für jedermann geeignet – Menschen mit hohem Blutdruck oder Einschlafproblemen sollten Abstand von dem Kraut nehmen. Auch Schwangere sollte darauf verzichten, da er bei übermäßigem Verzehr die Durchblutung des Beckens anregt und es so zu Blutungen kommen kann. Bei normalen Gebrauch als Küchenkraut ist Rosmarin aber unbedenklich.

Ein Kraut für´s Gehirn

Das sich Rosmarin positiv auf die Konzentration auswirkt, wurde schon in frühen Zeiten vermutet – so sollen im alten Griechenland die Studenten hin und wieder Rosmarinkränze um ihren Kopf gewickelt haben, um die Lernfähigkeit zu stärken. Alte Heilkundige rühmten Rosmarin zur Stärkung des Gehirns. Von der heutigen Forschung konnte auch bestätigt werden, dass Rosmarin das Erinnerungsvermögen und die Lernfähigkeit steigert sowie die Konzentration verbessert. Damit wäre ein Rosmarinzweig in der Schultasche oder am Arbeitsplatz vielleicht garnicht so verkehrt.
Rosmarin wird schon seit dem Altertum als Heilpflanze kultiviert. Im Mittelalter schätze man die verdauungsfördernde Wirkung, zudem hatte er den Ruf Krankheiten zu vertreiben. Zu Pestzeiten wurde Rosmarin daher gerne verbrannt und Krankenzimmer damit ausgeräuchert. Ein Aberglaube machte die Pflanze auch zur Waffe gegen böse Dämonen. Rosmarin wurde auch als guter Begleiter in allen neuen Lebensabschnitten gesehen: Man legte Neugeborenen ein Zweiglein Rosmarin in die Wiege, schmückte das Brautpaar damit und verwendete ihn als Totenblume. In Belgien werden einer Sage nach die Kinder nicht vom Storch gebracht, sondern aus dem Rosmarinstrauch geholt.

Sonnenanbeter im Garten

Die Pflanze selbst gibt es im Winter in Töpfen für die Fensterbank zu kaufen. Wenn der Frost und die Kälte vorbei sind, sollte der Sonnenanbeter allerdings nach Möglichkeit in den Garten gesetzt oder auf den Balkon gestellt werden. An einem sonnigen Platz mit trockenem und durchlässigen Untergrund könnte der Rosmarin im besten Fall bis zu zwei Meter hoch werden. Sobald die Temperaturen wieder fallen, muss aber für einen umfassenden Frostschutz gesorgt werden.


 

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Rosmarinöl für Frühaufsteher und Lernwillige

Zutaten: 100 ml Olivenöl, 7 – 10 Zweige Rosmarin

Zubereitung: Zweige in ein kleines Schraubglas geben und das Olivenöl darüber gießen. Alle Nadeln sollen vollständig mit Öl bedeckt sein. Die Mischung dann sechs Wochen lang ziehen lassen – Glas alle zwei bis drei Tage etwas schwenken bzw. leicht schütteln, damit kein Schimmel entsteht. Dann kann das Öl abgeseiht und in eine lichtgeschützte Flasche gefüllt werden.

Anwendung: Für die Duftlampe einige Tropfen mit Wasser in die Duftlampe geben – das belebt und erfrischt am Morgen. Hilft auch beim Lernen für mehr Konzentration.

Tipp: Das Rosmarinöl kann auch in einen Roll-on gefüllt werden – mit diesem kann das Öl direkt auf die Schläfen oder Handgelenke aufgetragen werden.

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