Ein Fest der Freiheit: 50 Jahre Woodstock

1969 stürmte eine halbe Million das zur Legende gewordene Festival — 2019 keine Wiederauflage zum Jubiläum

1969 war der Andrang auf das Festival mehr als doppelt so groß als von den Veranstaltern erwartet. Dies führte zu zahlreichen Missständen – und doch wurde Woodstock zum legendärsten Musikfestival aller Zeiten.
1969 war der Andrang auf das Festival mehr als doppelt so groß als von den Veranstaltern erwartet. Dies führte zu zahlreichen Missständen – und doch wurde Woodstock zum legendärsten Musikfestival aller Zeiten. © dpa/UPI

Keine einzige Musikveranstaltung dieser Welt hat sich so sehr ins kollektive Gedächtnis der Pop-Kultur eingebrannt wie das Woodstock-Festival im Sommer ’69. Am 15. August ist es genau 50 Jahre her, dass das bis heute weltweit bekannte Musikfestival im Zeichen von „Peace, Love & Rock ‘n’ Roll“ fast eine halbe Million Menschen auf eine Farm 150 Kilometer nordwestlich von New York City lockte.

Durch Film weltberühmt

Geplant von 15. bis 17. August 1969 außerhalb der Kleinstadt Woodstock, stieg die damals größte Musikveranstaltung schlussendlich auf Feldern nahe des Örtchens Bethel – und dauerte bis weit in den 18. August hinein. Die Menschenmassen, die das für 150.000 Besucher ausgelegte Gelände stürmten, waren nicht das einzige Problem. Schlechtes Wetter verwandelte das Areal in eine Schlammgrube, die Zufahrtsstraßen wurden zu gigantischen Parkplätzen und auf der Bühne mussten die Musiker mit Stromschlägen fertig werden. Und trotzdem: Woodstock gilt bis heute als Synonym für Freiheit, Gleichheit und die verbindende Kraft des Rock ’n’ Roll.

Viele der Künstler, die damals auftraten, leben schon lange nicht mehr. Teil des Rock-Olymps sind sie aber alle: Santana, The Who, Joe Cocker, Janis Joplin und der legendäre Jimi Hendrix. Ihre Lieder waren Ausdruck einer Zeit, als in den USA gegen Vietnam-Krieg, Diskriminierung und soziale Unterschiede protestiert wurde.

Wirklich populär wurde Woodstock durch einen Dokumentarfilm, der im Jahr darauf erschien und die Stimmung vor Ort greifbar machte. Vieles hat sich seit damals in der Festivalkultur geändert — aber „extreme Zustände“ üben noch immer einen gewissen Reiz auf (Rock-)Fans aus. Unzählige Live-Mitschnitte des Festivals wurden in den vergangenen 50 Jahren veröffentlicht. Zum heurigen 50. Jahrestag veröffentlicht das Label „Rhino“ die bisher umfassendste Sammlung von Liedern, die in Woodstock gespielt wurden: 432 Songs auf 38 CDs, davon sollen 267 zuvor noch nicht zu hören gewesen sein.

Neuauflage geplatzt

Lange schon war auch ein Jubiläumsfestival unter dem Titel „Woodstock 50“ geplant. Organisator Michael Lang, der bereits bei der Organisation des Originals dabei war, kündigte im Jänner dieses Jahres schon Zusagen von Künstlern wie Jay-Z und Miley Cyrus an. Von da an ging es jedoch bergab: Mehrere anvisierte Veranstaltungsorte sagten ab, Künstler und Investoren zogen sich zurück. Ende Juli wurde das für 16. bis 18. August anberaumte Festival abgesagt.

In Bethel, wo am damaligen Veranstaltungsort heute ein Museum mit Konzertstätte steht, sind zum 50. Jubliäum Konzerte von Santana, Ringo Starr und John Fogerty geplant. Der Mythos Woodstock mit seiner sozialen, politischen und kulturellen Relevanz wird wohl auch nach 50 Jahren unerreicht bleiben.

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