Ein Fest für VALIE und Kunst der Straße

Lentos und Nordico stellen ihr Ausstellungsprogramm für das Jahr 2020 vor

Franz Gertsch:Huaa… !, 1969
Franz Gertsch:Huaa… !, 1969 © Franz Gertsch

Eine große Linzerin feiert 2020 ihren 80. Geburtstag, das Lentos widmet ihr eine große Schau: VALIE EXPORT zählt international zu den bekanntesten heimischen Künstlern, die Geburtstagsausstellung „FÜR VALIE EXPORT“ öffnet ihre Tore am 21. Mai und zeigt das breite Spektrum ihres Werkes.

Mit Josef Bauer steht ein weiterer oö. Star und dessen Skulpturen im Lentos auf dem Programm (5.6.-14.9.). Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Wiener Belvedere.

„Auch mit Personalen von Pawel Althamer, Jakob Lena Knebl oder Franz Gertsch liegt im Lentos 2020 der Fokus auf herausragenden Positionen der zeitgenössischen Kunst“, setzte Direktorin Hemma Schmutz bei der Präsentation ihres mittlerweile dritten Jahresprogrammes fort. Mit dem Polen Pawel Althamer präsentiere man erstmals einen Künstler aus dem ehemaligen Ostblock im Haus (7.2.-17.5.), die Ausstellung entstehe erst in der Ausstellungszeit im Lentos. Mit der Wienerin Jakob Lena Knebl ziehe zur gleichen Zeit eine Künstlerin mit ihren Arbeiten ins Lentos ein, die derzeit in aller Munde sei. Im Herbst (2.10.-10.1.2021) sind im Haus an der Donaulände dann die monumentalen fotorealistischen Gemälde des Schweizer Künstlers Franz Gertsch zu sehen. Die Ausstellung „Neuer Nationalismus“ (16.10-10.1.2021) beschäftigt sich schließlich mit künstlerischen Positionen, die sich mit rechten Motiven auseinandersetzen.

Wunderkammer & Bauten

Das Nordico setzt 2020 mit einer Schau, die sich der Kunst der Straße widmet, das vermutlich zugkräftigste Zeichen: „Graffiti & Banane“ (14.5.-11.10.) zeigt die Geschichte des Sprayens und der Street Art und zeitgenössische Arbeiten. „Durchgeknallt und bunt“ werde es bei dieser Ausstellung im Nordico, versprach die Linzer Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer. „Wir haben eine grandiose Street Art-Szene in Linz, die Ausstellung belegt die Bedeutung und Wertigkeit dieser Kunstform.“ Eine große Retrospektive (24.1.-26.4.) wird dem Linzer Maler und Industriellen Egon Hofmann (1884-1972) gewidmet sein, der viel für die Linzer Kunstszene getan hat. Aus Alltagskuriositäten des Linzer Sammlers Anton Maximilian Pachinger entsteht im Nordico eine Wunderkammer (ab 24.1.). Von der Weberschule bis zum Parkbad: Die ersten öffentlichen sozialen Bauten in Linz, die von den Architekten Curt Kuehne und Julius Schulte geschaffen wurden, thematisiert die Nordico-Ausstellung „Gebaut für Alle“ (30.10.-7.3.2021).

Die Richtigkeit der Ausgliederung der städtischen Museen vor zwei Jahren in eine eigene GmbH habe sich auch in diesem Jahr bestätigt, betonte der kaufmännische Direktor Gernot Barounig. Die GmbH konnte auch heuer wieder einen, wenn auch kleinen Überschuss bilden. Das Budget für 2020 liegt bei 4,6 Millionen Euro, davon knapp eine Million Euro Kulturbudget. Die Besucherzahlen sind mit 74.000 in Summe in beiden Häusern in etwa gleich geblieben, wobei das Lentos mit 58.000 einen leichten Rückgang zu verzeichnen hat, das Nordico mit 16.000 einen Zugewinn. In Letzterem erwies sich „Prost Mahlzeit“ mit 11.000 als besucherstärkste Ausstellung, im Lentos dürfte das die noch laufende Gurlitt-Schau werden.

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