Ein Film wie ein Familienfotoalbum

Unaufgeregtes, schönes Kino: Lee Isaac Chungs „Minari“

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Minari_Filmstill_02_A4.jpg © Prokino

Es ist eine herrliche Unaufgeregtheit, die „Minari“ so sehenswert macht. Der Film von Lee Isaac Chung (Buch und Regie) erzählt die Geschichte der Familie Yi aus Südkorea, die von Kalifornien nach Arkansas zieht. Ein Grund dafür ist, dass Mutter Monica (Yeri Han) beim Betrachten von Kükenhintern nicht schnell genug ist … Eine genau Erklärung liefert der Film. Eigentlich steckt hinter dem Umzug Vater Jacobs (Steven Yeun) Lebenstraum, koreanisches Gemüse in den USA anzubauen. Minari ist übrigens laut Internet ein in westlichen Gefilden unbekannter Wasserfenchel. Den wiederum pflanzt im Film die Großmutter Soonja (Yuh-Jung Youn wurde mit einem Oscar bedacht) — und er gedeiht in der Fremde.

Ganz ohne solch augenscheinlichen Metaphern kommt „Minari“ nicht aus, nichtsdestotrotz ist die Geschichte, die Chung erzählt, eine neue. Die Probleme, die die Familie zu bewältigen hat, sind universal, die Herkunft der Eltern wird unangestrengt und ohne Klischees miterzählt. Es entsteht eine Melange an Erinnerungen, ein Familienfotoalbum, in dem schönen Zeiten festgehalten werden, aber auch das eine oder andere Bild von Momenten auftaucht, die gekränkt und verletzt haben.

Von Mariella Moshammer

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