Ein großer Schritt für die Menschheit

Vor genau 50 Jahren setzte der erste Mensch seinen Fuß auf den Mond. Das Bild des Fußabdrucks des Astronauten Buzz Aldrin wurde übrigens gemacht, um die Konsistenz des Mondbodens zu zeigen — mittlerweile ist es ein Klassiker.

Es ist einer dieser seltenen Momente, der sich in das kollektive Menschheitsgedächtnis einbrannte, und der Raumfahrtgeschichte schrieb. „Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit“, sagte Neil Armstrong am 21. Juli 1969 um 3.56 Uhr MESZ, während er als erster Mensch seinen Fuß auf den Mond setzte und Millionen Menschen vor den TV-Geräten live zusahen. Die Mondlandung, ein von vielen nie für möglich gehaltenes Ereignis, war ein Spektakel der Raumfahrtingenieurskunst, vor allem aber war sie für die USA ein politischer Sieg. „Ich glaube, dass diese Nation sich dazu verpflichten sollte, noch vor dem Ende dieses Jahrzehnts das Ziel zu erreichen, einen Menschen auf dem Mond landen zu lassen und ihn dann sicher wieder zur Erde zurückzubringen“, gab der damalige US-Präsident John F. Kennedy 1961 in einer Rede vor dem US-Kongress die Richtung vor. Das Budget der NASA wurde um 400 Prozent erhöht, rund 400.000 Menschen arbeiteten direkt oder indirekt an „Apollo“ mit. So schnell musste die NASA neue Mitarbeiter einstellen, dass viele gar nicht erst zu Vorstellungsgesprächen eingeladen, sondern direkt angeheuert wurden.

Als die „Schlacht“ entschieden war, beendeten sowohl die Sowjetunion als auch die USA ihre teuren Mond-Programme daher rasch wieder, das „Apollo“-Aus kam sogar früher als ursprünglich geplant. 1975 dockten erstmals ein amerikanisches und ein sowjetisches Raumschiff im All aneinander an — der Beginn einer Annäherung, die in der bis heute andauernden Zusammenarbeit vor allem in der Raumstation ISS mündete.

Neues Wettrennen?

Parallel zum wieder wachsenden Zwiespalt zwischen Russland und den USA ist in den vergangenen Jahren auch der Mond wieder in Mode gekommen. Neben Russland und den USA beteiligen sich diesmal auch China, Indien, Israel, Japan, Südkorea und die europäische Raumfahrtagentur ESA am Wettrenne. Die USA unter Präsident Donald Trump kündigten kürzlich an, dass innerhalb der kommenden fünf Jahre wieder US-Astronauten auf dem Mond landen sollen, darunter auch eine Frau. Vorerst jedenfalls bleibt der 2017 gestorbene US-Amerikaner Gene Cernan der letzte Mensch auf dem Mond.

Am 14. Dezember 1972 verließ er ihn mit den Worten: „Wir gehen wie wir kamen und – wenn Gott es so will – werden wir wiederkommen, mit Frieden und Hoffnung für die ganze Menschheit.“ In den drei Jahren betraten insgesamt zwölf Menschen den Mond. Überschattet wurden die erfolgreichen Missionen allerdings von Tod dreier Astronauten zu Beginn des Apollo-Programms 1967 und der Apollo-13-Havarie im Jahr 1970.

Ausstellungen und Veranstaltungen

Mit einem bunten Reigen an Ausstellungen und Veranstaltungen begeht Österreichs Museenlandschaft den 50. Jahrestag der Mondlandung am 21. Juli. Aber auch die Wissenschaftskabarettisten „Science Busters“, die Münze Österreich und nicht zuletzt eine aufwendige Kino-Doku greifen das Thema auf. Auf die Spuren Österreichs im All kann man sich im Haus der Geschichte Österreich (hdgö) in der Wiener Neuen Burg begeben. Unter dem Titel „Österreich im All. Ein Land hebt ab!“ widmet man sich bis 1. September vor allem dem ersten und bekanntlich einzigen Rot-weiß-roten Raumflug.

Der „Austronaut“ Franz Viehböck war bisher der einzige Österreicher im All, acht Tage verbrachte er im Jahr 1991 in der Raumstation MIR.

“Austronaut” Franz Viehböck hat dafür seinen Fundus geöffnet und auch Kurt Waldheims 1977 an Bord der Sonde Voyager 1 auf dem Weg durchs All gebrachte Grußbotschaft der Menschheit hat in der kleinen Sonderschau ihren Platz. Ein kleiner Mond-Hotspot befindet sich auch in Krems (NÖ). So zeigt etwa das dortige Karikaturmuseum schon seit Ende Februar die Ausstellung „Wettlauf zum Mond! Die fantastische Welt der Science-Fiction“. Die Schau ist noch bis 27. Oktober zu sehen. Darüber hinaus lässt sich ab 14. Juli unweit des Karikaturmuseums, in der Kunsthalle Krems, auch ein “Ticket to the Moon” (bis 3. November) lösen.

Die größte Ausstellung zum Thema in Österreich zeigt das Naturhistorische Museum Wien (NHM) ab 30. Oktober. Dabei soll es um den Erdtrabanten in seiner Gesamtheit gehen.

Besondere Geschenke der USA — nämlich jene österreichische Flagge, die mit Apollo 11 zum Erdtrabanten geflogen ist, und Mondgesteinsfragmente, die der einstige Bundespräsident Franz Jonas 1971 von US-Präsident Richard Nixon bekam und die er dem Technischen Museum Wien schenkte — bildet eines der Herzstücke der kleinen Ausstellung „High Moon“, die noch bis 6. Oktober im TMW zu sehen ist. Physisch begehbar, aber unter dem gleichen Titel öffnet am 20. Juli das Museums der Moderne (MdM) in Salzburg die Pforten seiner Sommerausstellung: „Fly Me To The Moon — 50 Jahre Mondlandung“ wird in Kooperation mit dem Kunsthaus Zürich erstellt und zeigt einen „Streifzug durch die Geschichte der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Mond“.

 

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