„Ein Kosmos, in dem der Mensch um sich kreist“

Georg Schmiedleitners Version von Ferdinand Raimunds „Der Verschwender“ feiert am Samstag im Schauspielhaus Premiere

Christian Higer, Isabella Campestrini (Fee Cheristane)
Christian Higer, Isabella Campestrini (Fee Cheristane) © Hermann Prammer

Viele Verweise auf heute ortet Regisseur Georg Schmiedleitner in Ferdinand Raimunds „Der Verschwender“. Am kommenden Samstag, 12. Oktober (19.30 Uhr), feiert das Volksstück am Linzer Landestheater Premiere.

Raimunds letztes Theaterstück erzählt vom reichen Julius von Flottwell, der nach seinem finanziellen und privaten Niedergang als Bettler in seine Heimat zurückkehrt. In der Hauptrolle wird am Landestheater Christian Higer zu sehen sein, Helmuth Häusler gibt seinen Kammerdiener Wolf, Julian Sigl und Anna Rieser den Bediener Valentin und dessen Geliebte Rosa. „In der heutigen Wohlstandsgesellschaft kommen viele schnell zu Geld, es gibt aber auch viele Abstürze“, stellt Schmiedleitner den aktuellen Bezug her. Raimund habe ein großes Gespür für Umbrüche gehabt, bei ihm begegne man auch immer Ängsten. Vieles in dem Stück könne man heute nachempfinden, auch soziale Aspekte seien hineingepackt.

Schmiedleitner siedelt seinen „Verschwender“ in einem aufwendigen Bühnenbild (Florian Parbs) in einer Art Wohnlandschaft an, die sich dreht und in der man parallel Einblick in verschiedene Situationen hat. „Ein an Thomas Bernhard erinnernder Kosmos, in dem der Mensch um sich selbst kreist“, wie er sagt. In diesem „Alptraumraum“ finde auch die fantastische, märchenhafte Welt Platz: „Wo Raimund drauf steht, soll auch Raimund drin sein.“ Und das Publikum darf sich auch auf „ein bisschen opulentes Theater“ freuen. Mit einer Liveband und dem legendären „Hobellied“ kommt in den zwei Stunden und 45 Minuten auch die Musik nicht zu kurz. Schmiedleitner: „Wir haben keine eingedampfte Version gemacht, sondern geben dem Stück Raum.“ mel

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