Ein Schaufenster für oö. Kultur

ORF III zeigt drei Jahre lang je zwei Produktionen des Landestheaters

FB
Video
Ich möchte eingebundene Social Media Inhalte sehen. Hierbei werden personenbezogene Daten (IP-Adresse o.ä.) übertragen. Diese Einstellung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in der Datenschutzerklärung oder unter dem Menüpunkt Cookies geändert werden.

Vor der großartigen Kulisse des Traunsees treten im Gmundner Toscanapark am 4. Juli die Opernstars Regina Mühlemann und Rolando Villazon mit dem Bruckner Orchester unter Markus Poschner auf und ganz Österreich kann das besondere Konzert mit Werken von Franz Schubert, Johannes Brahms, Anton Bruckner, Karl Goldmark und Franz Lehár auf dem Bildschirm mitverfolgen: ORF III wird den Hör- und Sehgenuss ab 20.15 Uhr übertragen.

Villazon vom Traunsee, Nestroy aus Linz

Die Veranstaltung ist Teil einer Kooperation, die die OÖ Theater und Orchester GmbH (TOG) mit dem ORF im Zuge von dessen Projekt „Wir spielen für Österreich“ eingegangen ist. In den Jahren 2021 bis 2023 werden jeweils zwei Kultur-Produktionen aus Oberösterreich auf ORF III zu sehen sein. Das zweite Highlight (30. April, 22.35 Uhr, ORF III) bildet heuer die Premiere von Nestroys „Der Böse Geist Lumpazivagabundus“ (Regie: Georg Schmiedleitner).

In der Produktion, die im vergangenen November fertig geprobt war, aber angesichts der Corona-Situation nicht auf die Bühne gebracht werden konnte, übernimmt die im vergangenen Jahr Nestroy-nominierte Landestheater-Schauspielerin Theresa Palfi die Hauptrolle.

Sie zeigte sich am Donnerstag bei der Präsentation der Zusammenarbeit im Linzer Musiktheater begeistert: „Seit fünf Monaten proben wir im stillen Kämmerlein, Publikum und Resonanz fehlen. Ich freue mich sehr über diese neue Erfahrung und das Bewusstsein, dass das am Ende gesehen wird.“

„Uns war es wichtig, für das Publikum, das sonst vor Ort mit dabei ist, ein Angebot zu setzen“, erklärte Landeshauptmann Thomas Stelzer. Die Kooperation mit dem ORF sei ein „großer Schritt“. Es sei der Anspruch des Kulturlandes Oberösterreich, auch über die Grenzen des Landes hinaus zu wirken. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz versteht den ORF als „Vermittler regionaler Kulturinhalte“, der sich nun auch in diesem mehrjährigen Vertrag niederschlage.

Die 2020 vom öffentlich-rechtlichen Sender gestartete Initiative „Wir spielen für Österreich“ habe sich zunächst auf Konzerte und Oper konzentriert und erfahre mit dem Sprechtheater-Erlebnis nun eine Erweiterung. Insgesamt ist die Übertragung von 12 Theaterstücken aus ganz Österreich geplant.

Das Linzer Landestheater sei, was die Anzahl der Besucher und die Ticketerlöse anbelange, unter den Top 10 der deutschsprachigen Theater, betonte TOG-Geschäftsführer Thomas Königstorfer. Realität sei jedoch, dass Burgtheater, Staatsoper und Vereinigte Bühnen Wien vor der oö. Spielstätte rangieren, was „vielleicht ab und an dazu führe, dass das, was wir bieten, nicht ganz so im Scheinwerferlicht stehe“. Die nunmehrige Zusammenarbeit mit dem ORF sei eine „wunderbare Entwicklung“: „Hier hat Österreichs Kultur ein Schaufenster gefunden, in das wir einsteigen dürfen.“ Die dreijährige Laufzeit ermögliche eine zielgerichtete Planung. „Dass diese Wahrnehmung des Landestheaters Linz nun auch medial begleitet und erweitert werden kann, zeugt von der Qualität und Programmatik beider Institutionen. Eine klassische ‚win/win-Situation‘“, freut sich auch Landestheater-Intendant Hermann Schneider.

„Persönliches Highlight in diesem Jahr“

Für Bruckner Orchester-Chefdirigent Markus Poschner könnte der Zeitpunkt angesichts zahlreicher Auszeichnungen für Theater und Orchester in der jüngeren Vergangenheit nicht günstiger sein. Und: „Die Begegnung des Bruckner Orchesters mit Villazon und Mühlemann stellt ein ganz persönliches Highlight für mich in diesem Jahr dar.“

Wie ist Ihre Meinung?