„Ein trauriger Tag für alle“

Der erste James Bond, Sean Connery, mit 90 verstorben

Sir Sean Connery starb im Alter von 90 Jahren.
Sir Sean Connery starb im Alter von 90 Jahren. © AFP/Haynes

Der Tod der James-Bond-Legende Sean Connery hat weltweit große Trauer ausgelöst. „Ich werde ihn vermissen. Schottland wird ihn vermissen. Die Welt wird ihn vermissen“, sagte die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon, nachdem der Sender BBC unter Berufung auf Connerys Familie den Tod des gebürtigen Schotten vermeldet hatte. Connery sei im Alter von 90 Jahren in der Nacht auf den Bahamas im Kreis von Familienangehörigen gestorben. Seiner Frau zufolge litt er an Demenz.

Er habe sich seit einer Weile nicht mehr gut gefühlt, erklärte sein Sohn Jason Connery. „Ein trauriger Tag für alle, die meinen Vater kannten und liebten, und Menschen in aller Welt, die seine wunderbare Gabe als Schauspieler genossen haben.“

„Sir Sean Connery, Sie waren mein größter James Bond, für den Jungen, der ich war, und für den Mann, der selbst James Bond wurde“, ehrte ihn Pierce Brosnan, der selbst den Geheimagenten mimte.

007: Segen und Fluch

Die Rolle seines Lebens war für Sir Sean Connery stets Segen und Fluch. Als James Bond erlangte er Weltruhm, gleichzeitig dauert es Jahre, sich davon zu emanzipieren. Bis heute gilt der Schotte vielen als der beste James Bond. Dabei war Bond-Erfinder Ian Fleming anfangs überhaupt nicht angetan von dem ungeschliffenen jungen Mann, den die Filmemacher für die Titelrolle des Auftaktstreifens „James Bond jagt Dr. No“ auserkoren hatten.

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Nicht mondän genug

Der ehemalige Bodybuilder Thomas Sean Connery, der am 25. August 1930 in Edinburgh als Sohn einer Putzfrau und eines Arbeiters geboren worden war, war dem elitären Fleming nicht mondän genug. Doch der Autor änderte seine Meinung.

Bevor Connery zur Schauspielerei kam, hatte er als Milchmann und Lkw-Fahrer gearbeitet und wurde 1953 Dritter bei der Wahl zum Mr. Universum. Nach Engagements im Theater und Fernsehen häuften sich zunehmend die Filmrollen. Aber erst Bond brachte Connerys Karriere richtig in Schwung. „Niemand hat geahnt, was das für ein Erfolg werden würde“, sagte er 2003 in einer BBC-Talkshow. Nach seinem fünften Agenteneinsatz „Man lebt nur zweimal“ (1967) hatte er jedoch vorerst genug.

Zweimal zurück zu Bond

1971 ließ Connery sich jedoch zu einem Comeback überreden — „Diamantenfieber“. „Ich hab gedacht: Mensch, für nur 14 Wochen Arbeit wäre das doch eine gute Idee“, erklärte Connery später. Mit dem Geld gründete er eine Stiftung, um schottische Jugendliche während der Ausbildung finanziell zu unterstützen. „Nie wieder Bond“, soll er danach gesagt haben — und wurde sich doch untreu. „Sag niemals nie“ hieß passend der Film, der mit Klaus Maria Brandauer in der Rolle des Bösewichts als Remake des 1965er Bond-Streifens „Feuerball“ realisiert wurde. Er zählt allerdings nicht zur offiziellen Bond-Reihe und lief 1983 in Konkurrenz zu „Octopussy“ mit Roger Moore. Connery, der sich stets schlecht bezahlt fühlte, sah darin eine Gelegenheit, den Bond-Machern eins auszuwischen.

Highlander und Mönch

Auch abseits der 007-Welt überzeugt der Schotte — etwa als aufmüpfiger Soldat im Antikriegsdrama „Ein Haufen toller Hunde“, neben seinem Freund Michael Caine als Abenteurer in „Der Mann, der König sein wollte“ oder als verzweifelter Polizist im Psychothriller „Sein Leben in meiner Gewalt“. Erst Mitte der 80er-Jahre etablierte sich Connery wirklich in Hollywood. Er war der coole Schwertkämpfer Ramirez im Fantasyhit „Highlander“, begeisterte als Mönch im Mittelalter-Krimi „Der Name der Rose“ und amüsierte das Publikum als kauziger Vater von Indiana Jones. 1989 erklärte das „People“-Magazin den damals 59-Jährigen zum „Sexiest Man Alive“ —und kürte ihn 1999 sogar zum „Sexiest Man Of The Century“. Seine schauspielerische Leistung als hartnäckiger Polizist in „Die Unbestechlichen“ brachte ihm einen Oscar als Bester Nebendarsteller ein. Im Jahr 2000 schlug ihn Königin Elizabeth II. in seiner Heimatstadt Edinburgh zum Ritter.

Seinen letzten Filmauftritt hatte Sean Connery 2003 in dem Film „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“. Danach zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück.

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