Ein Viertel der börsennotierten Firmen ohne Dividende

Die Coronakrise wirkt sich auch auf die Dividendenzahlungen der an der Wiener Börse notierten Firmen in Österreich aus. Sieben von 29 Unternehmen zahlen heuer keine Dividende, das sind doppelt so viele wie in den Vorjahren. Acht Unternehmen reduzieren, zehn erhöhen ihre Dividende. Der Rest bleibt unverändert. Herangezogen wurden Firmen des “Prime markets”, die von 1.1. bis 31. 12. bilanzieren.

Zumindest vier Unternehmen haben nachträglich wegen der Coronakrise ihre geplante Dividende verringert, halten WU-Assistenzprofessorin Stéphanie Mittelbach-Hörmanseder von der Abteilung für Unternehmensrechnung und Revision und WU-Professor Matthias Petutschnig von der Abteilung für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre in ihrer Arbeit fest. Da aber erst ein Bruchteil der Hauptversammlungen stattgefunden hat, sei es “nicht ausgeschlossen, dass noch weitere Anpassungen folgen werden”, so Mittelbach-Hörmanseder.

Die durchschnittliche Ausschüttungsquote ist von rund 40 auf rund 30 Prozent des Jahresüberschusses gefallen. Die bisher angekündigten Ausschüttungen betragen 0,89 Euro pro Aktie, nach 1,10 Euro/Aktie für das Jahr 2018.

Die Mehrheit der börsennotierten Unternehmen hat es vorgezogen, die Hauptversammlung in das zweite Halbjahr zu verschieben statt sie termingerecht virtuell abzuhalten. “Darüber hinaus verschieben Unternehmen auch die geplanten Auszahlungszeitpunkte ihrer Dividenden nach hinten, um gegebenenfalls kurzfristig auf veränderte Marktbedingungen reagieren zu können”, so Mittelbach-Hörmanseder.

Die StudienautorInnen weisen darauf hin, dass die Reduktion der Dividenden eine zweischneidige Entscheidung sei. Es sei “die Frage nicht endgültig geklärt, inwieweit die Unsicherheit hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung, insbesondere nach einem erfolgreichen Bilanzjahr 2019, vollständig auf die Eigentümer übertragen werden soll, insbesondere wenn die notwendigen bilanziellen Reserven vorhanden sind”, formulieren sie sehr vorsichtig.

Oft seien institutionelle Investoren an Unternehmen beteiligt, deren Gewinne sich auf Pensionsfonds und damit auf die breite Bevölkerung auswirke. “Andererseits sind natürlich auch Signalwirkungen an MitarbeiterInnen nicht zu unterschätzen sowie die Frage, inwieweit die unvorhersehbaren Auswirkungen durch die COVID-19-Krise schon heute berücksichtigt werden können.”

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