Ein Vorbild für echte Freude

Die Bilder ähneln sich zwar jedes Jahr und doch sind sie immer einzigartig: Wenn die Kinder bzw. Jugendlichen nach der Landung aus dem Segelflugzeug steigen oder gehoben werden, stecken sie mit ihrem glücklichen Strahlen an. Ihre Freude ist ein Riesen-Lohn für die 50 bis 60 Helfenden, allen voran die Piloten, die auch heuer wieder einen Segelflugtag für behinderte Kinder möglich machten.

Nach der Landung ist die Freude über das Erlebnis Gleiten in der Luft deutlich sichtbar. © No Limits

Vergangenen Sonntag luden die Flugsportgruppe Union Linz, No Limits und der Verband der Querschnittgelähmten Österreichs wieder Kinder und Jugendliche mit Behinderung ein, in einem Segelflugzeug mitzufliegen. Was 2009 aus einer Anregung durch französische Segelflug-Piloten („Bürger des Himmels“ – „les citoyen du ciel“) begann, wird seither jährlich am letzten Feriensonntag am Flugplatz Linz-Ost wiederholt.

Alle Jahre kommen dadurch etwa 50 Kinder und Jugendliche mit Behinderung in den Genuss schwerelosen Schwebens über die Donau am Westhang des Pfenningbergs. Mit ihnen feiern die begleitenden Angehörigen und Freunde mit. Es gibt auch am Boden neben Bastel- und Spielangeboten viel zu genießen: Gegrilltes, selbstgebackene Kuchen, Pofesen, Getränke … Spenden von Firmen beziehungsweise von Vereinsmitgliedern.

2021 soll es ein Treffen in Toulouse geben

Zum zehnjährigen Jubiläum kam heuer – wie vor zehn Jahren – Jean Paul Burgues von Airbus Toulouse bzw. der Stiftung „les citoyen du ciel“. Er brachte nicht nur viel Anerkennung mit, wie sich in Linz die Saat von 2009 entwickelt hat, sondern auch eine Einladung: 2021 soll es in Toulouse ein Treffen mit Teilnehmenden aus allen drei europäischen Segelflugsportvereinen geben, die dem Beispiel des Engagements für Kinder und Jugendliche mit Behinderung gefolgt sind. Diese Einladung stieß in Linz auf Begeisterung, und noch am Segelflugtag starteten die ersten Vorbereitungen.

Besonderes Programm zum Zehn-Jahres-Jubiläum

Das Zehn-Jahres-Jubiläum hat neben den Segelflügen auch ein besonderes Rahmenprogramm geboten: Jessie Ann de Angelo moderierte die Eröffnung. Als sie ein mexikanisches Lied sang und mit der Gitarre begleitete, waren die Sitzplätze bald leer – denn viele schlossen sich einem Jugendlichen an, den es vom Sitz riss zu tanzen begann.

Bald war es ein berührendes Miteinander-Tanzen von Menschen mit und ohne Handicap, bei dem auch die Rollstuhlfahrenden mit viel Freude mitmachten. Mitreißend war zudem das bei der Eröffnung gezündete „Trommelfeuer“ – so der Name der Gruppe aus Dietach bei Steyr.

Eine Fallschirmspringer-Einlage von Union-Sportlern, verschiedene Sportgeräte zum Spielen, für jene, die gerade nicht in der Luft waren, Papierflieger-Basteln, eine Schuhplattler-Einlage und eine Helikopter-Vorführung waren weitere Attraktionen, die die Kinder erfreuten.

Der Segelflugtag ist für alle etwas ganz Besonderes, auch für die Ehrengäste. So meinte etwa LAbg. Wolfgang Stanek zum großen Kreis der Helfenden: „Ihr seid für mich ein wahres Vorbild für Ehrenamtlichkeit.“ Den Satz sollte man ergänzen und damit die Kinder und Jugendlichen einbeziehen: „Ihr seid ein Vorbild für echte Freude!“

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