Ein Zentrum für Keramikkunst

Gmunden will mit Bürgerbeteiligung „2024“ nachhaltig gestalten

Der Stadtgarten in Gmunden künftig ein Zentrum für Keramikkunst? Bürger und Politik arbeiten daran.
Der Stadtgarten in Gmunden künftig ein Zentrum für Keramikkunst? Bürger und Politik arbeiten daran. © Stadtamt Gmunden

„Ich bin der unbescholtene Bürger.“ Tom Wallmann stellt sich witzig-freundlich vor, er ist Obmann des Vereins „Gmunden 24dreißig“. Der Verein umfasst jetzt 17 Menschen, die ehrenamtlich, ergo unentgeltlich arbeiten und sich seit 2020 jeden Mittwoch um 8 Uhr im Rathaus treffen.

Dann diskutieren, eine Hauptregel stets im Hinterkopf: „Ned sudern“ (Wallmann). Kreativität ist gefragt, Konstruktives, mit dem oft arg zerlutschten Wort „nachhaltig“ ist es den Bürgern auch ernst.

Wie kann sich Gmunden nachhaltig im Kulturhaupstadtjahr 2024 postionieren? Das Zentrum ist Bad Ischl, 23 Gemeinden des Salzkammerguts mischen insgesamt mit. Gmunden denkt über Projekte nach, die über 2024 hinausreichen.

Das Täfelchen „2024“

Was ist fix, was schwebt noch als Idee im Raum, was wird erst ersonnen? Das Stadttheater soll renoviert werden, modernere Technik, womöglich auch neue Sitze. Fix ist ein NS-Mahnmal auf der Esplanade, dessen Bau im Sommer begonnen wird. Gedenkkultur ein wichtiges Anliegen der Stadt, nicht nur im Hinblick auf 2024, sagt Kulturreferent Andreas Hecht. Er ist auch eines Sinnes mit dem Verein, will den Kontakt mit Kunstschaffenden suchen, das Gespräch: „Das Täfelchen ‚Kulturhauptstadt‘ können wir uns nicht einfach umhängen. Das müssen wir uns erarbeiten.“ Weniger die Veranstaltung von Events sei Aufgabe der Stadt, so Hecht, sondern „einen Nährboden zu bieten. Das ist nicht beeinflussbar für die Politik und muss es auch nicht sein.“

Ein Prüfstein – Nachhaltigkeit und Umsetzung – wird ein größeres Projekt sein, das den Gmundnern vorschwebt. Der Stadtgarten, gewiss auch begehrtes Objekt der Immobilienbranche, soll in ein Kulturareal umgewandelt. Pavillons mit Gastkünstlern (Artists in residence), Austellungen, womöglich einem Café. Bürgermeister Stefan Krapf (ÖVP) berichtet zufrieden davon, dass sich alle fünf Parteien im Gemeinderat darauf geeinigt haben, dass der Stadtgarten im Besitz der Stadt bleibt. Hinter den Kulissen werde seit zwei Jahren, als Gmundens Teilnahme an „2024“ feststand, „extrem intensiv gearbeitet“. Die Politik setze auf Kultur in Gmunden, sagt Krapf. Die „Leuchtsterne“ wie Festwochen oder Musicalfrühling seien vorhanden, aber: „,2024´ bedeutet nicht nur Großveranstaltungen. Zentrales Anliegen ist die Einbindung der kulturellen Säulen, der Vereine.“

Wofür steht Gmunden? Traunstein und Traunsee? Vom Verein „Gmunden 24dreißig“ bis zur Stadtpolitik eint ein großer Gedanke: Gmunden den Titel einer „UNESCO Creative City“ zukommen zu lassen. Der Name klingt abstrakt, in Österreich haben bisher Graz und Linz (zum Beispiel mit Schwerpunkt digitaler Kunst) diesen Titel. Konkret bedeutet er: Geld, Fördertöpfe. Mögliches Geld von der EU, vom Bund, vom Land. Um den Titel zu erhalten, muss Gmunden einen größeren Plan vorlegen. Dessen Inhalt naheliegend: Keramikkunst.

„City of Ceramics“

Gmunden als „City of Ceramics“: Treffpunkt für Keramikkünstler, regional und international, Veranstaltungen und Ausstellungen zum Thema, dazu Verbindungen mit der Wirtschaft, Tourismus und Jobs – der bekannte Drahtseilakt, das Wechselspiel von Kunst und ökonomischen Interessen. Genaues wird die Zukunft weisen, Bürgerbeteiligung wird angestrebt. Dazu fand am Montag im Gmundner Stadttheater auch der erste große Informationsabend statt.

Was will Gmunden? Einen Vorgeschmack auf künftiges Kunst- und Kulturleben könnte der Juli geben: Ukrainische Künstler und Künstlerinnen stellen ihre Fotoarbeiten im Stadtgarten aus.pia

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