Herbert Schicho

Meinung

von Herbert Schicho

Eindeutige Opfer

Alle gegen einen und alle gegen die ÖVP – so scheint zusammengefasst derzeit der Wahlkampf zu verlaufen.

Wie hoch der Misstrauensvorschuss gegen Kurz & Co. ist, konnte man am Mittwoch schon vor dem Sicherheitsrat hören – für die SPÖ ist der Hackerangriff ein „Ablenkungsmanöver“, der FPÖ-Vertreter glaubt der ÖVP sowieso „kein Wort“, Pilz fordert prophylaktisch schon eine Entschuldigung der ÖVP und auch die Neos spekulieren über eine türkise Nebelgranate.

Noch ist unsicher, ob man die Schuldigen finden kann (der Cyberangriff auf das Macron-Büro vor der Präsidentenwahl in Frankreich 2017 ist noch immer ungeklärt). Vor der Wahl wird man aber mit Sicherheit nicht mehr alle Details erfahren. Trotzdem ist eines schon klar: Ein Opfer ist nun auf jeden Fall jener renommierte IT-Experte, der die Sache untersuchte und vor ein paar Tagen erklärte, dass bei der Cyber-Attacke „hochversierte Profis“ am Werk waren.

„Vor der Wahl wird man aber mit Sicherheit nicht mehr alle Details erfahren können.“

Geht es nach den rot-blau-pink-grünen Politikern ist seine Expertise offensichtlich nicht besonders viel wert. Und ebenfalls ein Opfer ist die Politik als Ganzes. Denn die Scharmützel um Parteienfinanzierung, Spesen und Spenden lenken davon ab, worum es am 29. September eigentlich geht, nämlich darum, wem man zutraut, Österreich in den kommenden fünf Jahren zu gestalten.

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