Eindringliche Warnungen der Wirtschaft vor Grenzschließungen

Wirtschaftsdelegierter: „Situation würde sich dramatisch verschlechtern“

Vor allem in Bayern und Deutschland werden Grenzschließungen debattiert, vor den Folgen wird gewarnt.
Vor allem in Bayern und Deutschland werden Grenzschließungen debattiert, vor den Folgen wird gewarnt. © studio v-zwoelf - stock.adobe.com

In der Diskussion um mögliche restriktive Grenzschließungen in Folge der Furcht vor Ausbreitungen von Corona-Mutationen warnen Wirtschaftsvertreter aller Ortens vor massiven Konsequenzen solcher Maßnahmen.

„Dadurch wird nahezu jede Form des bilateralen Wirtschaftsverkehrs unterbunden, was unweigerlich zu gravierenden Problemen und Engpässen im Waren-, Personen- und Dienstleistungsverkehr führen wird. Wir sehen jetzt schon, dass es in manchen Branchen zu Problemen bei der Beschaffung kommt“, betonen die drei Präsidenten der Wirtschaftskammern Niederbayern, Thomas Leebmann, Oberösterreich, Doris Hummer, und Südböhmen, Miroslav Dvorak.

„Wenn jetzt auch noch der innereuropäische und unmittelbare Austausch mit den Nachbarregionen erschwert bzw. verunmöglicht wird, dann wird sich dieser Negativeffekt weiter ausbreiten und die ohnehin bescheidenen Wachstumsperspektiven noch weiter dämpfen“, richten sie ihren Appell an das Verständnis der Politik.

Der Nutzen einer Schließung würde gegenüber den bisherigen ohnehin sehr scharfen Maßnahmen und dem damit verbundenen Schaden für die Wirtschaft in keinem Verhältnis stehen, so die Warnung vor den Folgen.

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Auch der der österreichische Wirtschaftsdelegierte in Berlin, Michael Scherz, sorgte sich ob der Diskussionen um die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Österreich.

„Die Situation würde sich dramatisch verschlechtern für unsere Wirtschaft, sollten wir als Gebiet mit Virusmutationen eingestuft werden“, betonte er.

Deutsches Einreiseverbot für Tirol: Keine Ausnahmen für Pendler

Das ab Sonntag geltenden deutsche Einreiseverbot für Tiroler sieht keine Ausnahmen für Berufspendler vor.

Aus Tirol dürfen ab Sonntag vorübergehend nur noch Deutsche, Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltsrecht in Deutschland, landwirtschaftliche Saisonarbeitskräfte und Gesundheitspersonal einreisen, wie das deutsche Innenministerium in Berlin am Freitagabend mitteilte.

Ehepartner, eingetragene Lebenspartner, minderjährige Kinder und Eltern minderjähriger Kinder aus Tirol dürfen demnach auch einreisen, aber nur wenn sie gemeinsam mit dem deutschen Angehörigen die Grenze passieren.

Auch Lastwagenfahrer und sonstiges Transportpersonal im Güterverkehr sind von dem Verbot ausgenommen. Außerdem sollen Einreisen aus dringenden humanitären Gründen – etwa bei einem Todesfall – erlaubt sein. Auch in den Ausnahmefällen gelten Test- und Quarantänebestimmungen. Eine Beschränkungen der Einreise auf bestimmte Grenzübergänge soll es nicht geben.

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