„Eine Form von Gedenken geplant“

Noch keine Klarheit, ob in Lungitz gefundene Asche von KZ-Opfern stammt

Von Heinz Wernitznig

LUNGITZ — Seit Anfang Oktober steht die ÖBB-Baustelle beim Bahnhof Lungitz (Bez. Perg) an der Summerauer Bahn praktisch still, weil bei Grabungsarbeiten Skelette und menschliche Überreste gefunden wurden. Letztere dürften von Opfern der ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen und Gusen stammen. Die nationalsozialistischen Vernichtungslager befanden sich nur wenige Kilometer von der Fundstelle entfernt.

Erdschicht wird genau unter die Lupe genommen

Seither untersuchen Archäologen der Universität Wien die Ascheschicht, wobei immer wieder Holzsplitter und Metallteile gefunden werden. Eingebunden in die Arbeiten sind das Mauthausen Memorial, die Israelitische Kultusgemeinde und das Mauthausen Komitee Österreich.

Während sich die Experten bereits sicher sind, dass die Skelette aus der Römerzeit bzw. dem Frühmittelalter stammen, gibt es bei der Asche noch keine Gewissheit. „Ob es jemals Sicherheit geben wird, kann derzeit nicht gesagt werden. Aber wir gehen davon aus, dass es irgendeine Form von Gedenken geben wird“, sagt Eberhard Blumenthal, Pressesprecher der für Gedenkstätten und Kriegsgräberfürsorge zuständigen Staatssekretärin Karoline Edtstadler im Gespräch mit dem VOLKSBLATT.

Blumenthal spricht in diesem Zusammenhang den ÖBB ein großes Lob aus. Das Unternehmen habe unmittelbar nach dem Fund die Grabungsarbeiten eingestellt und mit dem Bundesdenkmalamt und dem Innenministerium Kontakt aufgenommen. Mittlerweile wurden laut ÖBB-Pressesprecher Karl Leitner Teile der Baustelle bereits wieder freigegeben. Wann man mit dem Umbau des Bahnhofes Lungitz fortfahren könne, sei aber noch nicht absehbar.