Eine Katastrophe in gewaltigen Bildern

ORF zeigt preisgekrönte Serie „Chernobyl“ zum 35-Jahr-Gedenken

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Es beginnt nicht mit jenen Bildern, an die sich viele noch erinnern können. Es beginnt mit einem Mann, der heimlich Kassetten bespricht, Geheimnisse preisgibt, Angst hat und am Ende weiß nur noch die Katze davon.

Zwei Jahre und eine Minute davor, der 26. April 1986: Eine Frau übergibt sich, im Fenster hinter hier die Explosion. Tschernobyl.

Die zehnfach Emmy-prämierten und mit einem Golden Globe ausgezeichnete Serie von Sky und HBO, „Chernobyl“, feiert am Montag (11.4.) auf ORF ihre deutschsprachige Free-TV-Premiere. Um 20.15 Uhr startet auf ORF 1 die erste von fünf Folgen, die alle hintereinander gezeigt werden.

„Wir haben alles unter Kontrolle!“

Die Arbeiter sehen sich einem Unglück gegenüber, das für sie nicht zu erahnen war. Dass der Reaktor explodiert, galt als unmöglich. Die Männer laufen durch die engen Gänge, ausweglos wie in einem U-Boot. Sie versuchen, das Richtige zu tun und wir Zuschauer sehen ihnen schlussendlich bei ihrem Sterben zu. Ebenso den Feuerwehrmännern, die alles daran setzen, die Katastrophe unter Kontrolle zu bringen und nicht wissen, welchen tödlichen Gefahren sie sich dafür aussetzen. Jene Menschen vor Ort sind todgeweiht, die in den Sitzungssälen sagen „Wir haben alles unter Kontrolle!“

Die Bewohner der nahen Stadt Prypjat ahnen nichts vom bevorstehenden Leid, als sie unbedarft ins Freie gehen, ebenso wenig wie die Millionen Menschen weltweit, die die Auswirkungen dieses Unfalls treffen werden.

„Chernobyl“ beruht weitgehende auf den realen Geschehnissen, im Mittelpunkt mit Waleri Legassow (Jared Harris), jener Experte, der von der sowjetischen Regierung angeheuert wird und nun „richtig“reagieren soll. In weiteren Rollen sind Emily Watson und Stellan Skarsgard zu sehen.

Ein unglaublich beklemmendes Stück Zeitgeschichte als aufwendig und immens bildgewaltig produzierte Mini-Serie — alle fünf Folgen am Stück zu schauen ist eine Herausforderung. Jedoch eine, die sich lohnt.

Dokus zum Gedenken auf ORF 2 und ORF III

Dokus zur Katastrophe von Tschernobyl, die sich zum 35. Mal jährt, zeigen ORF 2 und ORF III: Am 23. April um 22.35 Uhr ist „Das Tschernobyl-Vermächtnis“ von Tetyana und Alexander Detig auf ORF 2 zu sehen. ORF III widmet dem Nuklearunfall am 24. April einen „zeit.geschichte“-Abend mit „Die wahre Geschichte von Tschernobyl“, Strahlende Tage“ und „Fukushima – Tagebuch einer Katastrophe“.

Von Mariella Moshammer

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