Eine Nimmermüde ist für immer eingeschlafen

Schriftstellerin und VOLKSBLATT-Kritikerin Margret Czerni verstarb im Alter von 94 Jahren

Widmete ihr Leben der Kultur: Margret Czerni © privat

Sie war vielseitig und eine fixe Größe im literarischen Leben Oberösterreichs. Mit diesen Attributen wurde die Schriftstellerin Margret Czerni bedacht.

Theaterstücke, Erzählbände, Kinderbücher, Gedichte, Essays, Übersetzungen und Hörspiele umfasst ihr Oeuvre. Viele Jahre servierte die Nimmermüde zudem den VOLKSBATT-Lesern fundierte Theaterkritiken. Vor wenigen Tagen ist Czerni im Alter von 94 Jahren für immer eingeschlafen.

Unbedingt erwähnt werden muss auch die geistige Aufbauarbeit, die die gebürtige Wienerin nach dem Krieg, einem begonnenen Englisch-und Theaterwissenschaftsstudium sowie einer Schauspiel-, Gesangs- und Klavierausbildung leistete: als Sendungsverantwortliche im „Radio Rot-Weiß-Rot“, dem späteren ORF.

Rundfunkpionier Andreas Reischek persönlich holte sie 1950 ans Landesstudio Linz, wo Czerni nicht nur die legendäre „Tanzmusik auf Bestellung“ einführte, sondern auch den Kinderfunk, für den sie gut 200 Märchen- und Jugendhörspiele verfasste. Auch ihr erstes Buch, „Oktopus sucht Oktopa“, schrieb die Mutter des Fotografen Chris Sattlberger 1979 für Kinder. Im selben Jahr trat sie als Bibliothekarin ins Linzer Stifter-Institut ein.

Ein Hang zur Satire und gesellschaftskritische Menschlichkeit kennzeichnen Prosa, Gedichte und Stücke der vielfach Geehrten und früheren Vorsitzenden der IG Autoren OÖ. Etwa den Erzählband „Salz des Lebens“ (1984) oder das 2003 im Wiener Ensembletheater uraufgeführte „Mobbing“.

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Das unermüdliche Schaffen Czernis wurde u. a. 1995 mit der Kulturmedaille der Stadt Linz, 1996 mit jener des Landes OÖ gewürdigt. Nicht zuletzt waren damit auch ihre samstäglichen literarischen Matineen, meist an der Linzer Landesbibliothek, gemeint, in denen sie dem oö. Publikum Weltliteratur nahezubringen verstand.

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