Eine schrecklich goldene Familie

Erfolge von Stefan Kraft, Johannes Lamparter & Co. haben eine gemeinsame Basis

Die JaR-Sportler Dominik Terzer, Johannes Lamparter, Christian Deuschl, Chiara Hölzl, Michael Hayböck und Stefan Kraft mit Gründer Patrick Murnig (v.l.).
Die JaR-Sportler Dominik Terzer, Johannes Lamparter, Christian Deuschl, Chiara Hölzl, Michael Hayböck und Stefan Kraft mit Gründer Patrick Murnig (v.l.). © JumpandReach

Planica heißt die letzte Station des Winters für die Skispringer. Planica ist damit auch die letzte „Dienstreise“ der Saison für Patrick Murnig. Der systemische Coach und Gründer von „Jump- andReach“ schaut dabei Stefan Kraft und Michael Hayböck beim Weltcupfinale ganz genau auf die Skier.

Egal, wie weit das Duo bei den vier Bewerben noch fliegt, in der heurigen Saison hob die „JumpandReach“-Familie ganz besonders hoch ab: Acht Medaillen (vier davon in Gold) holte Österreich bei der nordischen WM, jedes Mal war ein JaR-Sportler dabei.

Die Säulen des Erfolgs

Neben Kraft und Hayböck noch Chiara Hölzl sowie der Kombinations-Doppelweltmeister Johannes Lamparter. Zufall? Mitnichten!

Der Erfolg ist auf zwei Säulen aufgebaut, wie Murnig erklärt: „Strategisches Sportmanagement mit Konzept, Entwicklung und Markenbildung sowie das Coaching, welches sich über Jahre entwickelt hat. Im Mittelpunkt steht immer der Athlet.“ Dazu kümmert sich Jump- andReach auch um die Presse- und Sponsor-Agenden.

Begonnen hat alles mit Snowboarderin Doris Günther (Gesamt-Weltcupsiegerin), die ersten Goldmedaillen bei Olympia holten die Rodel-Brüder Andreas und Wolfgang Linger sowie Kombinierer Christoph Bieler 2006. Dazwischen gehörten auch einige Fußballer zur „Familie“. Als Vaterfigur sieht sich Murnig nicht: „Großer Bruder — der beschützt, aber auch fordert, aus der Reserve lockt und begleitet — trifft’s besser.“

Geprägt von Mateschitz

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Die Arbeit erfolgt über ein „Schubladenprinzip“, jede Lade gefüllt mit individuellen „Bausteinen“ für jeden der aktuell sechs Sportler. „Das kann man nicht in einem WIFI-Kurs lernen“, schmunzelte der Tiroler, der ein Sportwissenschafts- und ein Wirtschaftsstudium abgeschlossen hat.

Aber es ist nicht die sportliche Entwicklung allein, die Teil des Konzepts ist, sondern auch jene der Persönlichkeit. „Da geht es um Werte, darum, wie man miteinander umgeht“, betonte der 46-Jährige, der diesbezüglich stark von Vieraugen-Gesprächen mit Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz geprägt wurde. Und natürlich sollen die Sportler bei gemeinsamen Unternehmungen voneinander profitieren. Der Oberösterreicher Hayböck, seit elf Jahren Teil von Jumpand- Reach, schwärmt von der Zusammenarbeit: „Patrick ist eine wichtige Vertrauensperson, eine Konstante im Hintergrund. Er hilft mir, mich immer weiterzuentwickeln.“

Von Tobias Hörtenhuber

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